Die Natur und unser ganz persönlicher Gesundheitsbaukasten

Die Natur und unser ganz persönlicher Gesundheitsbaukasten

Über die Natur

Es gibt mehr als einen Grund, der Natur verbunden zu sein: Sie nährt indem sie gebärt, sie heilt durch ihre innewohnende Harmonie, sie heiligt durch ihre in ihr verborgene lebendige Wahrheit. Was wider der Natur ist hat keinen Bestand. Wer gegen die Natur agiert schadet sich selbst, wer wider seiner eigenen Natur lebt wird krank. Wer in die Natur geht begegnet seiner Natur. Wer ihren Gesetzen folgt, also entsprechend ihrer dahinter liegenden Wahrheiten lebt (die Naturgesetze als Manifestation von Gottes Willen erkennt und umsetzt), bleibt gesund oder kann es im Krankheitsfall wieder werden.
Der ewige Zyklus des Werden-Sein-Vergehen kann in der Zusammenschau als Einheit, erfahren werden. Mit dieser Art “Ein”sicht wird das ewige Wesen und die unendliche Kreativität einer Natur offenbar, die sich niemals verbrauchen kann.

So wie das Wesen der Natur dreieinig ist (Drei aus Eins – Drei in Eins), ist auch alles was aus ihr erwächst so aufgebaut. In der nordischen Mythologie, bei den Kelten und den Griechen begegnen wir diesem Wissen im Symbol der Triskele. Das Druidentum (Drui – Urdreiheit) sah darin den Quell intensivsten Wissens.

Triskele

Bei den Christen wird dieses Prinzip durch die Dreifaltigkeit ausgedrückt. In der Spagyrik wird dieses Prinzip durch SULPHUR, SAL und MERCURIUS versinnbildlicht. Paracelsus hatte so gesehen ein viel umfassenderes Wissen, als ihm aus heutiger Sicht einer einseitig intellektuellen Wissenschaft zugestanden wird.

Wie schon in meinem Beitrag “Heilpilze – Wirkstoffe sind nur ein Teil ihres Wesens” beschrieben, sind wir recht oft in der Natur unterwegs, um nicht vollständig von einer technisierten Pharmaindustrie abhängig zu sein, was Heilmittel betrifft. Heilmittel, die uns die Natur schenkt, selbst zu finden hat etwas sehr persönliches. Für den Arzt bist Du in der Regel ein Fall, er diagnostiziert und behandelt Deine Krankheit nach Protokoll aber selten Dich individuell als Person. Ein Heilmittel, das Du selbst findest, verarbeitest, ist immer individuell und daher auch etwas sehr Persönliches. Nicht eine Maschine, sondern Du selbst legst Hand an, kannst dabei etwas wesentliches “begreifen”.

Unser Gesundheitsbaukasten

Unter Gesundheitsbaukasten, den Begriff habe ich das erste mal von Dr. Hartmut Fischer gehört, verstehe ich die wichtigsten Bausteine der Gesundheit, die ich für mich selbst in Eigenverantwortung bei Bedarf anwenden und kombinieren kann, sei es um meine Gesundheit zu fördern oder im Falle von Krankheit einen Heilungsprozess zu bewirken oder diesen unterstützen zu können. Dazu gehören für mich Pflanzen, Pilze, Harze und Mineralstoffe, aber auch Lösungsmittel wie Alkohol, Glycerin, Wasser aus Heilquellen, DMSO, Öle sowie darüber hinaus alle Werkzeuge, die ich zur Verarbeitung benötige. Messbecher, Pipette, Flaschen, Gärgefäß, Destille, Trichter, Filter, Mühle, Kocher, Pyrotopf, Dörrgerät usw.. Was wir nicht selbst herstellen können kaufen wir fertig ein, um im Notfall gerüstet zu sein. Gut, natürlich haben wir im Freundeskreis auch noch eine liebe aufgeschlossene Ärztin des Vertrauens, die komplexere Zusammenhänge aus schulmedizinischer Sicht sehr gut erklären kann.

Birkenporling / Schmetterlingstramete, beim Filtern der Tinktur

In erster Linie beschäftigen wir uns mit dem Königreich der Pilze, was nicht zuletzt auch in unserer Liebe zum Schwammerlsuchen begründet ist. Anstatt auf gekaufte Pilzpräparate, die aus Kostengründen meist in China gezüchtet werden zurückzugreifen, bevorzugen wir die natürlich gewachsenen aus unserer heimischen Natur. Das Finden, das Kennenlernen der verschiedenen Vital- und Heilpilze an ihren Standorten, das Riechen, das Berühren und Begreifen, das Ernten, die Beschäftigung mit ihnen bei der Verarbeitung birgt die Möglichkeit einer Beziehung zum Wesen ihrer Natur aufzubauen, was für mich persönlich weit über ein standardisiertes Heilmittel hinausreicht.

Zuerst haben wir damit begonnen, verschiedene Heilpilze in der Natur zu sammeln und diese für eine Verarbeitung als Sud zu verarbeiten. Angefangen haben wir mit dem Birkenporling. Der Birkenporling ist relativ häufig, die bevorzugte Erntezeit ist von Oktober bis Dezember/Jänner. Die Unterseite sollte rein weiß sein (daran erkennt man in der Regel dass er innen keine Insekten als Bewohner hat) Er lässt sich von der Birke leicht lösen und das Schneiden in Scheiben bzw. Würfel ist einfach. Was wir frisch nicht verwenden wird im Dörrgerät getrocknet.

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

Die Stücke des Birkenporling lasse ich mindestens 20 Minuten köcheln, bevor ich den Sud in ein Häferl abseihe und den Rest in eine Thermoskanne gebe, um ihn über den Tag verteilt zu trinken. Die abgekochenten Pilzstücke kommen in ein leeres verschraubbares Glas, das mit Wasser gefüllt wird. Dieses stelle ich bis zum nächsten oder übernächsten Tag in den Kühlschrank, um sie neuerlich (beim Birkenporling bis zu 5 mal) abzukochen. So verfahre ich im übrigen mit den meisten Heilpilzen (andere sind sogar weitaus öfters auskochbar). Der Birkenporling ist wohl der bitterste Geselle unter den Heilpilzen, aber gerade die Bitterstoffe sind sehr wichtig. Um die Bitterkeit zu vermindern kann man ihn aber auch mit Honig süßen, oder mit anderen Vital- und Heilpilzen kombinieren (Chaga, Schmetterlings Tramete, Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm). Bei Magenleiden wenden wir ihn in Form einer Rollkur an (nach der Einnahme auf nüchternem Magen in kürzeren Abständen auf Rücken, Bauch und Seitenlage drehen).

Zusätzlich haben wir auch ein Doppelextrakt (Alkohol und Wasserauszug), in Kombination mit Schmetterlingstramete, hergestellt.

Beim Verarbeiten des Birkenporling

Wirkung und Anwendungsgebiete des Birkenporlings

Magen- und Darmerkrankungen (zB. Darmgrippe, Gastritis – hier ist er die erste Wahl)
wurmtreibend
Darmsanierung
Sodbrennen
antibiotisch
entzündungshemmend
Haarwuchs
Atemwegsallergien

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Der Zunderschwamm ist ein mehrjähriger Baumschwamm und kann daher ganzjährig geerntet werden. Von der Signatur ordne ich ihn grundsätzlich einmal dem Saturn zu. Er ist fest strukturiert und kann bis zu 30 Jahre alt werden, in Ausnahmefällen sogar noch älter, er ist hart, widerstandsfähig, graublau, wächst an Buchen, Birken oder anderen Laubbäumen. Um einen Zunderschwamm vom Baum zu bekommen, nützen wir eine kleine Hacke, die wir im Rucksack immer dabei haben. Für die Verarbeitung eines Zunderschwamms (Zerkleinern in Würfelförmige Stücke) nütze ich eine Säge, ein Brotmesser und ein Japanisches Messer, sowie die Brotmaschine. Da er so hart ist sitze ich da schon mal locker 1 1/2 Stunden dabei. Nach der Verarbeitung von 2 – 3 Zunderschwämmen habe ich meistens Blasen an der Hand. Beim Zunderschwamm nehme ich deshalb wirklich nur mehr einen mit, wenn ich fix vorhabe ihn zu verarbeiten.

Zunderschwamm

Den Zunderschwamm kochen wir mindestens 30 Minuten aus. Der Sud schmeckt pilzig, aber nur ganz leicht bis gar nicht bitter. Durch den Heißwasserauszug gewinnt man vor allem seine Polysaccharide, die neben der Beeinflussung zelluärer Prozesse eine Menge positver Wirkungen haben, unter anderem auch die Immunmodulation.

Mit dem Zunderschwamm machen wir einen DMSO Auszug, der Am Ende im Verhältnis 60:40 mit Magnesiumöl-Bor verdünnt wird. Das verwenden wir zur äußerlichen Anwendung bei Problemen mit Sehnen, Arthrose, Gelenksentzündungen. Aus der bisherigen Erfahrung hilft das recht gut, allerdings nehmen wir bei Gelenksschmerzen dazu immer den Zundersschwamm und Rotrandigen Baumschwamm als Sud, sowie Hagebuttenpulver und Bor ein.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Zunderschwamms

Chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
Darmsanierung
unterstützt die Leber (Entgiftung)
wundheilungsfördernt
blutungsstillend
entzündungshemmend
antibakteriell
antiviral
immunmodulierend
Asthma und Lungenerkrankungen
Blasenleiden
Regelbeschwerden
Wechseljahrbeschwerden
Speiseröhren-, Magen- und Gebärmutterkrebs
nach Schlaganfällen (Rauch des Zunderschwamms)
Homöopathisch gegen das Ausgebranntsein, Burnout (Zunder! – um die Lebensenergie wieder zu entflammen)

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)

Der Rotrandige Baumschwamm gehört für mich zu den meist unterschätzten Heilpilzen. Von der Signatur her würde ich ihn in erster Linie dem Mars zuordnen. Er ist an seiner Kruste leicht harzig (Terpene!) und hat einen ganz unverwechselbaren Geruch.  Beim Glänzenden Lackporling (Ganoderma lucidum), besser bekannt als Reishi (wissenschaftlich gut untersucht), sind bisher über 150 Terpenderivate bekannt. Die Zahl der entsprechenden Verbindungen dürfte auch beim Rotrandigen Baumschwamm viel höher sein als zur Zeit bekannt ist.

Rotrandiger Baumschwamm

Er ist nicht ganz so leicht wie der Birkenporling zu verarbeiten, aber auch nicht ganz so schwierig wie der Zunderschwamm. Je nach Stadium der Fruktifikation und Fundort kann er im inneren von der Helligkeit und Farbe her sehr varieren.

Beim rotrandigen Baumschwamm ist es wichtig ihn mindestens 30 Minuten lang abzukochen. Ich nehme dazu immer den selben Topf, weil die harzige Kruste im Topf danach nicht so leicht zu reinigen ist. Der Geschmack ist angenehm bitter (deutlich weniger als beim Birkenporling). Für mich ist es auch ein wichtiger Heilpilz zum Kombinieren, um die Wirkung der anderen zu verstärken. Zur Zeit verwende ich ihn mit dem Chaga.

Mit dem Rotrandigen Baumschwamm haben wir auch eine Tinktur angefertigt (intensive rote Farbe).

Wirkung und Anwendungsgebiete des Rotrandigen Baumschwamms

Zahnfleischentzündung
Entzündungen im Magen Darmtrakt
antibakteriell
nervenstärkend
abwehrstärkend
blutstillend
herzstärkend
krebshemmend
Blasen- Nierenfunktion
Prostata Beschwerden
Atemwegserkrankungen
Hefepilz (Candida)
zum Abnehmen (fördert Fettabbau)

Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)

Die Schmetterlingstramete ist zwar relativ leicht zu finden, aber Exemplare, die unten rein weiß sind, sind in ausreichender Menge schon wieder schwieriger zu finden.

Sie haben eine gummiartige Konsistenz und sind beim Putzen etwas schwierig zu schneiden. Die traditionelle Anwendung hier ist das Heißwasserextrakt (also Sud). Ich koche sie ebenfalls 15 – 20 Minuten aus. Für Extrakte und Tinkturen haben wir sie bisher nur in Kombination verwendet. Im asiatischen Raum und in Australien ist seit 1970 ein Medikament bekannt, das dort bis heute mit großem Erfolg zusätzlich zur Chemotherapie angewendet wird. Es wird aus dem Myzel der Schmetterlingstramete gewonnen und senkt die Sterblichkeitsrate signifikant, weil es das Immunsystem in dieser Zeit stützt. Das Medikament heißt PSP, PSK, Krestin, ist in Europa aber nicht erhältlich. Die einzige Bezugsquelle, die ich bisher dafür gefunden habe ist in Australien.

Wirkung und Anwendungsgebiete der Schmetterlingstramete

starke Immunstimulation
krebswachstumshemmend
lindert Nebenwirkungen der Krebstherapie
antiviral (Hepatitis, Herpes, Grippe)
antibakteriell
Leber und Milz (stärkt den inneren Alchimisten, Verdauung, Entgiftung)

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

Den Schwefelporling essen wir im Frühjahr immer frisch. Dazu kochen wir ihn kurz ab und panieren die Stücke und braten sie anschließend raus. Die Konsistenz ist gut und er schmeckt wie Huhn. Auch für den Wok schmeckt er ausgezeichnet. Allerdings nehmen wir nur frische Exemplare und von denen nur die frischen Zuwachskanten (im Alter wird er holzig und bitter).

Schwefelporling

Wir verarbeiten ihn aber auch zu einem Doppelextrakt, weil gerade im Winter und in Coronazeiten, wenn es ihn nicht frisch gibt, seine Qualitäten gefragt sind.

Im Vordergrund steht für mich seine Hemmwirkung gegenüber der reversen Transkriptase. Die reverse Transkriptase benötgen Retroviren, um ihre einsträngige Erbinformationen (RNA) in einen Doppelstrang (DNA) umzuschreiben, denn erst so können sie ihre Erbinformation in befallene Zellen intregrieren bzw. die Zellen ihres Wirtes umprogrammieren. Das Enzym erfüllt damit eine entscheidende Funktion bei der Vermehrung des Virus und ist ein wesentlicher Angriffspunkt für Pharmazeutika bei der Behandlung retroviraler Erkrankungen (wie zB. HIV). (siehe Guthmann, 1. Ausgabe, Seite 254). Weiters wirkt er blutgerinnungshemmend (indem er das Enzym Thrombin hemmt), antibiotisch (Cyclopeptid Beauvericin) gegen gramnegative und insbsondere grampositive Bakterien, sowie antioxidativ. Er kann auch gegen den Malaria Erreger und gegen den humanpathogenen Hefepilz Candida albicans eingesetzt werden. Offenbar erhöht der Pilz auch die Empfindlichkeit gegenüber Insulin und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel.

Neben der wissenschaftlichen Seite sehe ich persönlich jedoch auch von seiner Signatur her (Sonne) noch weitere Anwendungsgebiete. Deshalb habe ich heuer im Frühjahr einen größeren Fruchtkörper verarbeitet und mir einen etwas größeren Vorrat des Doppelextrakts angelegt. Wir wenden ihn in unserer Familie an, und meiner Wahrnehmung nach gehört er zweifellos zu jenen Heilpilzen, deren Potential noch lange nicht ausgeschöpft wurde.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Schwefelporlings

antibiotisch
antioxidativ
blutzuckersenkend
starke Hemmwirkung auf die HIV-1 Reverse Transkriptase

Schiefer Schillerporling, Chaga (Inonotus obliquus)

Der Chaga ist bei uns in der Umgebung nicht leicht zu finden. Aber in letzter Zeit haben wir doch ein paar gefunden, der Ertrag des letzten Fundes waren ca. 2 kg, da kann man seinen Vorrat schon wieder auffüllen. Einer, der bekannten Heilpilze, man braucht nur nach Chaga zu googeln und findet tausende Einträge. Vor allem in Russland wird er in der Volksheilkunde schon lange verwendet. Es ist schon schwierig ihn zu finden, aber meist noch viel schwieriger ihn zu ernten, vor allem wenn er höher oben am Baum wächst.

Chaga

Eine Hacke oder Säge ist auch bei diesem Pilz vonnöten. Auch das Verarbeiten gestaltet sich nicht ganz so einfach, vor allem wenn ich ihn in kleinere Stücke für den Dörrer zerteilen will. Er wächst auf Birke. Maserknollen schauen oft sehr ähnlich aus, wer ihn noch nicht gut kennt kommt nicht umhin ein Stück seiner schwarzen Kruste aufzubrechen, um zu sehen ob er dahinter korkartig orange ist. Wenn Holz zum Vorschein kommt, ist es eine Maserknolle. Vom Geschmack her ist er angenehm, er schmeckt fast ein wenig nach Vanille. Also eher harmonisch und gut zu trinken. Der letzte, den wir gefunden haben wird beim Auskochen ganz schwarz, wie Kaffee. Das ist der Pilz, den ich das ganze Jahr über regelmäßig trinke. Eine weitere Besonderheit ist, dass man die selben Pilzstücke locker 10 x auskochen kann. Von daher kommt man lange aus, 300 g reichen sicher für ein halbes Jahr.

Zusätzlich haben wir mit Rum noch eine Tinktur, sowie ein Doppelextrakt gemacht.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Chaga Pilzes

entzündliche Erkrankungen des Magen- Darm-Traktes
Krebserkrankungen allgemein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf solche des Magen-Darm-Traktes
Hungerstillung
entzündungshemmend
allgemein kräftigend
antioxidativ
antiviral
Abwehrkraft
immunmodulierend
stoffwechselanregend
zur Unterstützung bei allergischen Hauterkrankungen (Darmsanierung)
äußerlich reinigend und desinfizierend

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Der Fliegenpilz ist schön anzusehen, früher sind wir an ihm immer vorbeigegangen. Seit unserer Beschäftigung mit Heilpilzen hat sich das aber geändert. Exemplare mit geschlossenen Hüten legen wir in Wodka ein, um eine alkoholische Tinktur anzufertigen.

Fliegenpilz

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich nun unter anderem mit der Herstellung eines Fliegenpilz-Sirups. Laut Rezept werden die Fliegenpilze zuerst in Zucker eingelegt, dann mit Wasser aufgegossen, um diese in die Gärung zu schicken. Dazu braucht es ein hermetisch verschlossenes Gefäß mit Gärröhrchen oder Gärspund. Mein erster Versuch ist gleich am Anfang fehlgeschlagen, weil nach einer Woche drinnen alles voller Schimmel war. Wahrscheinlich war das Gefäß nicht luftdicht verschlossen, so dass Sauerstoff oder Sonstiges von Außen eindringen konnte. Das führt natürlich schnell zur Oxidation oder Fehlgärung durch Bakterien oder Mikroorganismen. Anhand dieses Ergebnisses weiß ich jetzt, warum das Werk in einem HERMETISCH verschlossenen Gefäß stattfinden muss.Warum man sauber arbeiten muss. Warum ein zuviel an Sauerstoff in dieser Phase unvorteilhaft ist. Warum Temperiertheit wichtig ist. Welche Rolle Disziplin, Geduld und Achtsamkeit bei diesem Prozess spielen. Das klingt jetzt erstmal alles sehr einfach. Aber nachdem ich das auch in die richtigen philosophischen Entsprechungen übersetze, sind diese Erfahrungen schon sehr aufschlussreich.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Fliegenpilzes

äußerlich bei Rheuma und Gelenkschmerzen
Geschwüre, Wunden und krebsartigen Veränderungen der Haut
Epilepsie und Lähmungen
Durchfall
Magenschmerzen
Kopfschmerzen
Erschöpfungszustände
stimmungsaufhellend
traumfördernd
Wechseljahrbeschwerden
homöopathisch gegen Beschwerden des gesamten Nervensystems

Birkenporling, Chaga, Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Schmetterlingstramete unterstützen sich gegenseitig, deshalb kombiniere ich diese gerne miteinander.

Viele Vital- und Heilpilze, die wir nicht verarbeiten essen wir frisch. Das Judasohr in der Suppe, Tintlinge mit Knoblauch und Ei, Krauseglucke in Saucen und paniert, den Violetten Rötelritterling legen wir in Essig ein. Von einigen Heilpilzen haben wir auch Urtinkturen hergestellt. Es ist einfach schön, seine kleine, eigene, individuelle Hausapotheke zu haben.

Von den Heilpflanzen haben wir heuer auch Löwenzahnwurzel, Johanniskraut und Schafgarbe zu einer Tinktur verarbeitet.

Weitere Bausteine unseres Gesundheitsbaukastens sind

Weingeist 96 % für die Herstellung von Urtinkturen
DMSO als Lösungsmittel um zugleich wasserlösliche und fettlösliche Stoffe auszuziehen, Wirkverstärker
Milchsäure rechtsdrehend
Natriumchlorit Lösung NaClO2, 25 % und Salzsäure 33 % für die Herstellung von CDL
Wasserstoffperoxyd
Glycerin
Magnesiumchlorid
Bor
Organischen Schwefel und anorganischen Schwefel
Kolloidales Silber
Zink
Liposomales Vitamin C hochdosiert
Vitamin D + K2
Grapefruitkernextrakt (allerdings das echte nach Dr. Harrich!) als natürlicher Antibiotika-Ersatz
CBD Vollspektrum 10 %
CBD Blüten, als natürliches Schmerzmittel
Zeolith, zum Entgiften

Nach und nach erweitern wir so unseren Gesundheitsbaukasten. Wir übernehmen damit selbst wieder mehr Verantwortung für unsere Gesundheit. Die Natur ist großartig und die Pharma keine Heilsreligion. Auch wenn uns das in Zeiten von Corona über die Medien so verkauft wird. Die heutige Medizin hat ihre Stärken (Notfallmedizin, Chirurgie…), was aber sicher nicht dazu gehört sind ganzheitliche Heilansätze. Die Beschäftigung mit der Natur ist immer lehrrreich und zugleich erfüllend. Geht in den Wald, atmet reine Luft, genießt die Sonne und vergesst nicht mit Freude zu Leben!

Abschließend möchte ich kurz die Bücher erwähnen, die ich allen Interessierten zu diesem Thema empfehlen kann:

1) Heilende Pilze, Jürgen Guthmann / sozusagen das Standardwerk auf diesem Gebiet, sehr umfangreich und mit dem Schwerpunkt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus tausenden von Studien.

2) Gesund mit Heilpilzen, Philip Rebensburg u. Dr. med. Andreas Kappl / wissenschaftliche Studien dazu gut erklärt, sehr gut nachvollziehbare Anwendungstipps mit dem Schwerpunkt auf die Praxis der Anwendung

3) Die Heilkraft der Pilze, Prof. Dr. Jan Lelley / etwas älter, sozusagen der Vorläufer der zuvor genannten Bücher, nicht nur auf heimische Pilze bezogen, sehr genaue Dosierungstipps

4) Pilze in der Homöopathie und der Naturheilkunde, Anneliese Barthels / sehr detailliert, was die Beschreibung der Analogien anbelangt (Pilzthemen), Bereicherung zur Signaturenlehre, Beschreibung der homöopathischen Anwendung auch des Birkenporlings, Zunderschwamms und Schopftintlings

5) Mykotherapie für Tiere, Wanda May Pulfer / Anwendung bei Tieren, aber auch sehr viel auf den Menschen ableitbar!, exakte Beschreibung der Indikationen und Dosierung, professionell aufbereitet für Mediziner

6) Paracelsusmedizin, Olaf Rippe, Christian Rätsch / als Ergänzung, für ein erweitertes Medizinverständnis, um zu vertiefen was ganzheitliche Heilung in Wahrheit bedeutet

Heilpilze – Wirkstoffe sind nur ein Teil ihres Wesens


(eine, meine, etwas andere Betrachtung zu den Heilpilzen)

Weil ich die Verantwortung für meine Gesundheit nicht voll und ganz an den Staat, an alle möglichen Ärzte und an die Pharmaindustrie abgeben möchte, komme ich nicht umhin mich selbst vermehrt um den in unserer Natur verborgenen Heilschatz zu kümmern und die Apotheke Gottes mit meinem Besuch hin und wieder selbst zu beehren. In meinem Fall die Abteilung Heilpilze.

Die Natur als Apotheke: Samtfußrübling (Flammulina velutipes)

Aber damit diese Herangehensweise zum Erfolg führt, beachte ich persönlich ein paar Dinge. Denn es reicht meiner Einschätzung nicht aus, die Arbeit des Arztes laienhaft zu imitieren (vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt her ist der Arzt natürlich immer geschulter als ich). Ich hab die Krankheit X, da hilft laut Wirkstoffgehalt der Pilz Y. Aha, ok, nehm ich, danke. Oje, wirkt doch nicht so stark wie ich dachte. Zweifel. Dann bleibe ich doch lieber bei den Pharmaprodukten…. Diese Vorgehensweise ist in unserer wissenschaftlich geprägten Zeit zwar zutiefst verständlich, aber nichts desto trotz für mich unzureichend. 

Das Wissen um die Wirkstoffe ist zwar sehr wichtig, aber meiner Auffassung nach bildet es nur einen Teil der ganzen Wahrheit um die Heilkraft der Pilze ab. Jeder Heilpilz hat, so auch wie der Mensch, eine geistige Existenz (alchimistisch: Merkur), eine persönliche Kraft (Sulphur) und eine physische Manifestation (Sal). Warum nicht alle Ebenen miteinbeziehen? Wenn das Dach brennt, versuche ich doch auch nicht den Keller zu sanieren um das Haus zu retten?

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

In der Volksheilkunde geht es meiner Ansicht nach nicht nur alleine um die „isolierte Betrachtung und Anwendung von Wirkstoffen“, sondern auch um

1) Das bewusste Ritual des Suchens / Findens, also Offenheit und Aufmerksamkeit für die physische Darstellung des Geistigen in der Natur (Signatur) und die Befolgung deren Lehren. Das was unten ist, ist auch das was oben ist.

2) Die achtsame Verarbeitung. Dazu gehört für mich die Definition eines klaren Zieles, die Planung des Verarbeitungsprozesses mit den dazu gehörenden philosophischen Überlegungen und das Feingefühl für das „Wesentliche“. Mit „Wesentliches“ meine ich das Erfassen des Wesens eines Heilpilzes. Auch der Berücksichtigung der Zeitqualität (Stand der Gestirne) schenke ich Beachtung. Denn so wie die Sonne im Sommer ihre Früchte hervorbringt und der Mond die Wasser bewegt, haben die Gestirne und die Zeitqualität einen großen Einfluss auf den Verarbeitungsprozess und damit auch auf den Heilerfolg. Was bringt es mir Nachts mit der Laterne nach der Sonne zu suchen?

3) Die richtige Anwendung. Dazu gehört für mich die Liebe bei der Einnahme, die sich in meiner innigen Verbundenheit zu den Heilpilzen ausdrückt und das Vertrauen in ihre Heilkraft, die auf Kenntnisse ihres wahren Wesens beruht.

Rotrandiger Baumschwamm  (Fomitopsis pinicola)

ACHTSAMKEIT ist dabei meine Grundeinstellung.

Zuerst einmal Achtsamkeit mir selbst gegenüber:
Die erste Chance auf einen Heilerfolg sehe ich darin, dass ich mich selbst am besten kenne. Lebensumstände, Ängste, Stressfaktoren, Disharmonien… wo lebe ich gegen meine Überzeugungen oder wider meiner Natur? Auf welcher Ebene könnte die Ursache liegen (auf der Mental-, Astral-, oder auf der physischen Ebene)? 

Heutzutage wird ja oft das Übel (Symptom) mit der Ursache gleichgesetzt, welche aber bei näherer Betrachtung so gut wie nie identisch sind. Schon unsere Vorfahren wussten, dass es in der Heilkunst essenziell ist das Übel von der Ursache zu scheiden. Welcher Arzt nimmt sich heute noch hierfür ausreichend Zeit? Und jene Ärzte, die sich diese Zeit nehmen ordinieren meist privat und haben vorwiegend auch solche Patienten, die bereits wissen, dass diese Unterscheidung von großer Bedeutung ist.

Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Die Achtsamkeit den Heilpilzen gegenüber:

So wie es keine zwei gleichen Menschen gibt, gibt es für mich auch keine zwei gleichen Heilpilze. Meine Verwandten gehören zwar der selben Familie an, wohnen an verschiedenen Orten und können obwohl sie mir ähneln trotzdem sehr Unterschiedliches in der Welt bewirken. Was will ich damit sagen? In der Zeit, in der ich nun Heilpilze sammle, ist mir aufgefallen, dass ein Zunderschwamm nicht gleich ein Zunderschwamm ist (das gilt natürlich für alle anderen Heilpilze auch). Für mich ist es deshalb wichtig auf folgendes genauer zu achten und mir Notizen zu machen:

  • Fundort (Höhenlage, Himmelsrichtung von meinem Wohnort aus, Art des Waldes, Bodenbeschaffenheit, Nachbarn usw.)
  • Umstände des Fundes (Weg, Zeitqualität, Besonderheiten, Erlebnisse, Eindrücke, Wetter…)
  • Beschaffenheit (Form, Farben, Geruch, Festigkeit beim Schneiden, Gefühl wenn ich ihn abtaste…)

Finde ich zum Beispiel einen alten Zunderschwamm im Hochmoor auf 1000 m Seehöhe, auf einer Birke, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft der Birkenporling und der Rotrandige Baumschwamm wächst, setze ich ihn nicht mit einem alleine wachsenden Zunderschwamm in einem tiefliegenden Buchenwald gleich. Ich verarbeite ihn anders und setze ihn anders ein.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius) mit über einen halben Meter Durchmesser und einem Gewicht von 12 kg

Diese Achtsamkeit der Natur und ihren Wesen gegenüber ist für mich ein Teil des Wunders, den ich bei standardisiert hergestellten pharmazeutischen Produkten vermisse. Auch sehe ich einen großen Unterschied zwischen Zuchtpilzen und wild wachsenden Pilzen. Wie fühlt sich ein Mensch in einer Arbeitersiedlung und wie ein Mensch in einem alleinstehenden Haus in der Natur? Ich denke nicht gleich. Ist der Geist der dort herrscht der gleiche? Meiner persönlichen Wahrnehmung nach nicht. So sehe ich das auch bei den Heilpilzen. Das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu stärken und so Verantwortung für die Gesundheit zu übernehmen gehört für mich zum Fundament der Volksheilkunde.

Gestriegelte Tramete (Trametes hirsuta)

Ich versuche immer, das Heilmittel (nicht zu verwechseln mit dem Wirkstoffgehalt) zu erhöhen. Mache ich zum Beispiel eine Tinktur bevorzuge ich den frischen Pilz weil ich seinen flüchtigen Lebensgeist (Merkur) mitnehmen möchte. Auch trachte ich danach, das Feine vom Groben zu scheiden (z.B. mittels Extraktion, Destillation, Filtration, Kalzination…). Das Prinzip der Erhöhung entspricht der spagyrischen Arbeitsweise, die darauf beruht das Feine vom Groben zu scheiden, die Bestandteile zu reinigen und am Ende wieder zu vereinen. So wie mit Heilpflanzen funktioniert das auch mit den Heilpilzen. Aus dieser philosophischen Betrachtung heraus hat die Einnahme des rohen Pilzpulvers für mich weniger mit Heilkunst zu tun als mit Geschäftemacherei (kostengünstigste Art der Herstellung). Erstens weil entgegen der Versprechen der Hersteller nicht alles im Pilz-Pulver enthalten ist (wo ist der flüchtige Merkur?), und zweitens weil die Aufschließung unbewusst vorgenommen wird (Leber und Milz als innerer Alchimist).

Spaltblättling (Schizophyllum commune)

Heilung bedeutet für mich die Harmonie (Gleichklang) auf allen Ebenen wieder herzustellen, was eine ganzheitliche Betrachtung sowie ein Handeln in Übereinstimmung mit der Natur voraussetzt. Und: Hinter den Schleier der sichtbaren Natur zu blicken und diese Wahrnehmung konsequent mit einzubeziehen. Die heute viel gepriesene Analytik, der richtige Umgang mit Quantitäten, ist sicher wichtig und hat der Medizin große Fortschritte beschert. Aber Krankheit/Gesundheit hat für mich nicht nur mit Quantität (Verkürzung/Verlängerung der Lebenszeit) etwas zu tun, sondern eben auch mit Qualität (Minderung/Steigerung der Lebensqualität).

Deshalb ziehe ich vor Beides, Quantität und Qualität, mit einzubeziehen. Das Ganze ist am Ende eben immer mehr als die Summe seiner Teile.

Ich wünsche allen, die Hoffnung in die Heilpilze setzen und die neue Heilwege suchen von ganzem Herzen, dass ihnen Heilung zu teil wird. Die Natur ist die größte Apotheke der Welt, die nur auf Euren Besuch wartet und für jeden Einzelnen sicher das Richtige bereithält.

(Alle Interessierte sind auch dazu eingeladen den Beitrag zum Thema Heilung auf meinem Tarot-Blog zu lesen.)

Speisepilze jagen wir, Heilpilze sammeln wir

Speisepilze jagen wir, Heilpilze sammeln wir

Um unser Immunsystem präventiv zu stärken und im Krankheitsfall nicht voll und ganz von Pharmaunternehmen abhängig zu sein, widmen wir uns im Rahmen unserer Liebe zu den Pilzen auch deren Heilwirkungen zu.

Rote Alge, ein Anzeiger für den Chaga
Chaga, Schiefer Schillerporling

Alleine schon der Vorgang des Suchens schärft die Wahrnehmung für den richtigen Ort der Suche, für die Eigenheiten der Umgebung und das Entdecken einer Fundstelle. Himmelsrichtung, Sonnenstand, Lichteinfall, Nachbarpflanzen, Ambiente, Klima, ätherische Feinheiten wie Gerüche usw …. die WAHRNEHMUNG ist es, die uns zu den Schätzen unserer Natur führt. Deshalb ist (innere) Stille, Offenheit und Achtsamkeit einewichtige Voraussetzung erfolgreicher Sammler.

Birkenporling im Birkenmoor
Birkenporling

Erinnert euch auch an die Tradition eurer Eltern gewisse Hausmittel selber herzustellen. Das ist eine schöne Beschäftigung mit Erlebnisqualität und ihr wisst am Ende was für eine Qualität ihr verwendet. Wildsammlung ist den gezüchteten Pilzen aus meiner Sicht vorzuziehen. Denn damit findet ihr einen Pilz, der der stärkste ist, weil er sich in der Natur durchgesetzt hat. Hier bevorzugen wir eine andere Gewichtung gegenüber standardisierten Prozessen (die natürlich bei kommerzieller Verwertung Vorteile bietet).

Striegelige Tramete
Rotrandiger Baumschwamm

Viele Heilpilze (Vitalpilze) sind mehrjährig, wachsen an Baumstämmen und sind im Winter leichter zu finden, weil der Wald in der Winterzeit ohne Blättergewand da steht. Diese Pilze sind auch zur Prävention bestens geeignet (Stärkung des Immunsystems, gegen Allergien, Asthma, Bluthochdruck, Zucker, Krebs- und Tumorerkrankungen, Infektionen, Rheuma, Magen-Darm, uvm). Deshalb hatte übrigens auch der Ötzi einen Birkenporling bei sich.

Verarbeitung

Wir verwenden die Heilpilze unterschiedlich. Teils verwenden wir sie in Pulverform (welches wir auch in Kapseln abfüllen) und teils in Form von Extrakten (Kalt-, Heißwasserauszug und Alkoholauszug). Aber auch für die Verarbeitung in Salben und Pasten eignen sie sich bestens. Aus dem veganen Leder des Zunderschwamms kann man sogar Kappen und Handschuhe fertigen (aber das Können dieses alten Handwerks findet sich eher nur mehr in Rumänien).

Am Anfang steht das Trocknen

Beim Birkenporling z.B. verwenden wir den ganzen Pilz (um die Triterpene und Glykoproteine -antikarzinogen, antiviral, antibakteriell, fungizid, antioxidativ- welche sich in den Sporen des ausgereiften Pilzes befinden mitzuverwenden) und trocknen ihn schonend (Temperatur unter 30 Grad) damit die Enzyme intakt bleiben (diese unterstützen den Stoffwechsel, die typischen Pilz-Enzyme helfen vor allem bei der Entgiftung). Anschließend machen wir Pulver daraus und füllen dieses in Kapseln ab. Da der Birkenporling (ob als Pulver oder Tee) bitter ist, bevorzuge ich ihn als Nahrungsergänzung in Kapseln einzunehmen. Im Krankheitsfall nehmen wir ihn bei Magen- und Darminfektionen und um das Immunsystem zu stärken.

Hammer, Schraubenzieher und Säge immer dabei 🙂

Diesmal hat Petra sogar einen Chaga gefunden! Hip Hip Hurra!!! Um diesen aber ernten zu können, sollte man das nötige Werkzeug im Wald mit dabei haben (und sie hat es dabei gehabt 🙂 Den Chaga werden wir für Tee bzw. einen mehrmaligen Heißwasserauszug verwenden (weil hier die wasserlöslichen Polysaccharide besonders wertvoll sind). Ein einzigartiger Heilpilz, der in Russland eine lange Tradition hat. Auch in der TCM wird er verwendet, stärkt das Qui.

Weiters haben wir bei diesem Ausflug gefunden: Schmetterlingstramete (Entgiften), Striegelige Tramete, Rotrandiger Baumschwamm (blutstillend, entzündungshemmend – bereiten wir für äußere Anwendungen zu, sogar als eine Art Schnupftabak kann man diese verwenden), Zunderschwamm.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch schöne Feiertage und vielleicht den einen oder anderen Fund bei euren Spaziergängen.

Abschließend noch eine Buchempfehlung zu dieser Thematik:
Heilende Pilze – Die wichtigsten Arten

herzlichst bis bald
Euer Klaus Josef

Judasohr

Heilpilze sammeln im Winter: Judasohr (Holunderschwamm)

Wer selbst im Winter Pilze sucht, der gehört für viele wohl schon eher zu den Freaks. Aber, Hand aufs Herz: Welcher passionierte Schwammerlsucher kann seinen suchenden Blick während eines Waldspazierganges in den Wintermonaten wirklich abstellen, und hofft nicht insgeheim in jeder Sekunde seines Waldaufenthalts einen Pilz zu entdecken?

Judasohr
Holunderschwamm

Nun, im Winter lassen sich natürlich auch Baumpilze wie der Birkenporling oder der Zunderschwamm sammeln. Aber auf einen ganz speziellen Heilpilz, der auch auf Bäumen wächst, freue ich mich immer im Jänner: Dem Judasohr. Auch Holunderpilz oder Holunderschwamm genannt. Diesen finde ich seit Jahren immer an der selben Stelle. Selbstverständlich werde ich den genauen Ort hier nicht verraten, aber so viel sei gesagt: Der Platz befindet sich in einer Aulandschaft. An diesem Abschnitt der Au wachsen unzählige Holunderbäume (schwarzer Holunder). Und an den Stämmen dieser Holunderbäume (schwarzer Holunder) wachsen die Judasohren besonders gerne. Obwohl die Judasohren auch an anderen Bäumen, wie z.B. Buchen, wachsen können, habe ich sie dort nur selten gefunden. Der Pilz scheint doch eine Vorliebe für den Holunderbaum zu haben. Gleich und Gleich gesellt sich gerne. Nachdem sowohl der Hollunderbaum als auch das Judasohr große Heilkraft besitzen kann ich das nachvollziehen.

Judasohr
Holunderschwamm

Ein Verwandter des Holunderpilzes ist der Mu-Err, bekannt aus dem China-Restaurant. Aber der “wilde” Holunderpilz aus der Au ist alleine schon aufgrund der Eigenfundfreude dem gezüchtetem Pendant vorzuziehen.

Judasohr
Holunderschwamm

Der Pilz beeinflusst die Fließeigenschaften des Blutes, wirkt entzündungshemmend und stärkt unser Immunsystem. Er hilft bei Thrombosen, Krampfadern und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Er hilft Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen und ist im Winter ein ausgezeichneter Speisepilz. Ich persönlich verwende ihn hauptsächlich für wärmende Suppen, weil er in diesen seine Konsistenz behält und mit seinem hohen Eiweißgehalt zudem noch äußerst nahrhaft ist.

Am liebsten genieße ich die Judasohren frisch. Sollte der Fund, wie stets von mir erwartet, was die Menge betrifft meine Vorstellungen und meine Speisekammer zu sprengen drohen, trockne ich alles was ich nicht aufessen kann und vermahle dies anschließend mit einer alten Kaffeemühle zu Pulver. Das Pulver verwende ich dann in Teesackerlmenge und gieße es mit kochendem Wasser auf, um es als vorbeugende Medizin zu verwenden.

Also: Auf in die Pilze! Auch im Winter 😉