Vor einer Woche waren wir noch auf der Hirschegger Alm zum Preiselbeerbrocken. Eingeladen dazu hat uns Bruno, der mit seiner Familie oben auf der Alm eine Hütte hat. Nachdem es ein paar Tage zuvor schon einen kurzen Reif gegeben hat, ist die Alm durchgehend in einem wunderschönen Rot gefärbt. Angeblich, laut Bruno, war das die letzten 10 Jahre nicht der Fall. Der Begriff Alpenglühn kommt ursprünglich zwar von der Dämmerungserscheinung in den Alpen, welche auch eine spezielle Form des Morgen- und Abendrots ist, aber diesmal durfte ich wohl eine neue Erscheinungsform davon kennenlernen.



Nachdem Bruno die Gegend dort wie seine Westentasche kennt, hat er mich auch zu einer alten Lärche mit einem jungen Lärchenporling drauf gezeigt. Der Lärchenporling ist einer der ältesten als Heilmittel verwendeten Pilze weltweit. Jahrhundertelang war er aufgrund der ihm nachgesagten Heilwirkung der begehrteste und berühmteste Pilz überhaupt. Da er heutzutage schon sehr selten ist, er kommt nur in alten naturbelassenen Baumbeständen mit etwa 100-jährigen Lärchen vor und steht in Europa deshalb vor dem Aussterben, habe ich mich natürlich besonders darüber gefreut, ein paar Fotos von ihm machen zu können.

Im Gegensatz zu vielen anderen Heilpilzen darf der Lärchenporling nur sehr sorgfältig dosiert werden (0,2 – 2g, im Schwedenbitter 2 g auf 1 L), da sein Hauptinhaltsstoff Agaricin sonst Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen hervorruft.

Gleich in der Nähe kommen auch ein paar Pilze vor, denen man nicht alle Tage begegnet. Eigentlich ein spannendes Gebiet mit einer doch überraschend hohen Artenvielfalt.



Nach einem gemütlichen Tag auf der Alm hatte Petra 1,2 kg Preiselbeeren gesammelt und ich einiges an Wacholderbeeren. Die Preiselbeeren sind schon eingekocht und warten darauf mit einem Wildschweinbraten verspeist zu werden.


Bei der kleinen Kapelle, bei der man am Weg auf die Alm vorbeigeht, gibt es einen Stein mit folgender Inschrift (wahrscheinlich von einem Halterbuam):
DENKE, FORSCHE, PRÜFE, HOFFE GUTES
LEHRE ALLEN LIEBE
ÜBE GERECHT GLAUBE
SO DEN SCHÖPFER EHRE

Klaus-Josef
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