Die Natur und unser ganz persönlicher Gesundheitsbaukasten

Die Natur und unser ganz persönlicher Gesundheitsbaukasten

Über die Natur

Es gibt mehr als einen Grund, der Natur verbunden zu sein: Sie nährt indem sie gebärt, sie heilt durch ihre innewohnende Harmonie, sie heiligt durch ihre in ihr verborgene lebendige Wahrheit. Was wider der Natur ist hat keinen Bestand. Wer gegen die Natur agiert schadet sich selbst, wer wider seiner eigenen Natur lebt wird krank. Wer in die Natur geht folgt seiner Natur. Wer ihre Gesetze kennenlernt und ihre dahinter liegenden Wahrheiten wahrnimmt bleibt gesund oder kann es im Krankheitsfall wieder werden.
Ich sehe die Natur als eine Offenbarung eines lebendigen Schöpfergottes und nicht nur als ein evolutionäres Zeitgeschehen. Denn der Zyklus Werden-Sein-Vergehen untersteht in der Zusammenschau, also in seiner einzigartigen Gesamtheit (Dreieinigkeit), der Ewigkeit, weshalb die Natur sich auch niemals verbraucht sondern sich stets aus sich selbst heraus erneuert.

So wie das Wesen der Natur dreieinig ist (Eins in Drei – Drei in Eins), ist auch alles was aus ihr erwächst so aufgebaut. In der nordischen Mythologie, bei den Kelten und den Griechen begegnen wir diesem Wissen im Symbol der Triskele. Das Druidentum (Drui – Urdreiheit) sah darin den Quell intensivsten Wissens.

Triskele

Bei den Christen wird dieses Prinzip durch die Dreifaltigkeit (Vater-Sohn-Heiliger Geist) ausgedrückt. In der Spagyrik wird dieses Prinzip durch SULPHUR, SAL und MERCURIUS versinnbildlicht. Paracelsus hatte so gesehen ein viel umfassenderes Wissen, als ihm aus heutiger Sicht einer einseitig intellektuellen Wissenschaft zugestanden wird.

Wie schon in meinem Beitrag “Heilpilze – Wirkstoffe sind nur ein Teil ihres Wesens” beschrieben, sind wir recht oft in der Natur unterwegs, um nicht vollständig von einer technisierten Pharmaindustrie abhängig zu sein, was Heilmittel betrifft. Heilmittel, die uns die Natur schenkt, selbst zu finden hat etwas sehr persönliches. Für den Arzt bist Du in der Regel ein Fall, er diagnostiziert und behandelt Deine Krankheit nach Protokoll aber selten Dich individuell als Person. Ein Heilmittel, das Du selbst findest, verarbeitest, ist immer individuell und daher auch etwas sehr Persönliches. Nicht eine Maschine, sondern Du selbst legst Hand an, kannst dabei etwas wesentliches “begreifen”.

Unser Gesundheitsbaukasten

Unter Gesundheitsbaukasten, den Begriff habe ich das erste mal von Dr. Hartmut Fischer gehört, verstehe ich die wichtigsten Bausteine der Gesundheit, die ich für mich selbst in Eigenverantwortung bei Bedarf anwenden und kombinieren kann, sei es um meine Gesundheit zu fördern oder im Falle von Krankheit einen Heilungsprozess zu bewirken oder diesen unterstützen zu können. Dazu gehören für mich Pflanzen, Pilze, Harze und Mineralstoffe, aber auch Lösungsmittel wie Alkohol, Glycerin, Wasser aus Heilquellen, DMSO, Öle sowie darüber hinaus alle Werkzeuge, die ich zur Verarbeitung benötige. Messbecher, Pipette, Flaschen, Gärgefäß, Destille, Trichter, Filter, Mühle, Kocher, Pyrotopf, Dörrgerät usw.. Was wir nicht selbst herstellen können kaufen wir fertig ein, um im Notfall gerüstet zu sein. Gut, natürlich haben wir im Freundeskreis auch noch eine liebe aufgeschlossene Ärztin des Vertrauens, die komplexere Zusammenhänge aus schulmedizinischer Sicht sehr gut erklären kann.

Birkenporling / Schmetterlingstramete, beim Filtern der Tinktur

In erster Linie beschäftigen wir uns mit dem Königreich der Pilze, was nicht zuletzt auch in unserer Liebe zum Schwammerlsuchen begründet ist. Anstatt auf gekaufte Pilzpräparate, die aus Kostengründen meist in China gezüchtet werden zurückzugreifen, bevorzugen wir die natürlich gewachsenen aus unserer heimischen Natur. Das Finden, das Kennenlernen der verschiedenen Vital- und Heilpilze an ihren Standorten, das Riechen, das Berühren und Begreifen, das Ernten, die Beschäftigung mit ihnen bei der Verarbeitung birgt die Möglichkeit einer Beziehung zum Wesen ihrer Natur aufzubauen, was für mich persönlich weit über ein standardisiertes Heilmittel hinausreicht.

Zuerst haben wir damit begonnen, verschiedene Heilpilze in der Natur zu sammeln und diese für eine Verarbeitung als Sud zu verarbeiten. Angefangen haben wir mit dem Birkenporling. Der Birkenporling ist relativ häufig, die bevorzugte Erntezeit ist von Oktober bis Dezember/Jänner. Die Unterseite sollte rein weiß sein (daran erkennt man in der Regel dass er innen keine Insekten als Bewohner hat) Er lässt sich von der Birke leicht lösen und das Schneiden in Scheiben bzw. Würfel ist einfach. Was wir frisch nicht verwenden wird im Dörrgerät getrocknet.

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

Die Stücke des Birkenporling lasse ich mindestens 20 Minuten köcheln, bevor ich den Sud in ein Häferl abseihe und den Rest in eine Thermoskanne gebe, um ihn über den Tag verteilt zu trinken. Die abgekochenten Pilzstücke kommen in ein leeres verschraubbares Glas, das mit Wasser gefüllt wird. Dieses stelle ich bis zum nächsten oder übernächsten Tag in den Kühlschrank, um sie neuerlich (beim Birkenporling bis zu 5 mal) abzukochen. So verfahre ich im übrigen mit den meisten Heilpilzen (andere sind sogar weitaus öfters auskochbar). Der Birkenporling ist wohl der bitterste Geselle unter den Heilpilzen, aber gerade die Bitterstoffe sind sehr wichtig. Um die Bitterkeit zu vermindern kann man ihn aber auch mit Honig süßen, oder mit anderen Vital- und Heilpilzen kombinieren (Chaga, Schmetterlings Tramete, Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm). Bei Magenleiden wenden wir ihn in Form einer Rollkur an (nach der Einnahme auf nüchternem Magen in kürzeren Abständen auf Rücken, Bauch und Seitenlage drehen).

Zusätzlich haben wir auch ein Doppelextrakt (Alkohol und Wasserauszug), in Kombination mit Schmetterlingstramete, hergestellt.

Beim Verarbeiten des Birkenporling

Wirkung und Anwendungsgebiete des Birkenporlings

Magen- und Darmerkrankungen (zB. Darmgrippe, Gastritis – hier ist er die erste Wahl)
wurmtreibend
Darmsanierung
Sodbrennen
antibiotisch
entzündungshemmend
Haarwuchs
Atemwegsallergien

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Der Zunderschwamm ist ein mehrjähriger Baumschwamm und kann daher ganzjährig geerntet werden. Von der Signatur ordne ich ihn grundsätzlich einmal dem Saturn zu. Er ist fest strukturiert und kann bis zu 30 Jahre alt werden, in Ausnahmefällen sogar noch älter, er ist hart, widerstandsfähig, graublau, wächst an Buchen, Birken oder anderen Laubbäumen. Um einen Zunderschwamm vom Baum zu bekommen, nützen wir eine kleine Hacke, die wir im Rucksack immer dabei haben. Für die Verarbeitung eines Zunderschwamms (Zerkleinern in Würfelförmige Stücke) nütze ich eine Säge, ein Brotmesser und ein Japanisches Messer, sowie die Brotmaschine. Da er so hart ist sitze ich da schon mal locker 1 1/2 Stunden dabei. Nach der Verarbeitung von 2 – 3 Zunderschwämmen habe ich meistens Blasen an der Hand. Beim Zunderschwamm nehme ich deshalb wirklich nur mehr einen mit, wenn ich fix vorhabe ihn zu verarbeiten.

Zunderschwamm

Den Zunderschwamm kochen wir mindestens 30 Minuten aus. Der Sud schmeckt pilzig, aber nur ganz leicht bis gar nicht bitter. Durch den Heißwasserauszug gewinnt man vor allem seine Polysaccharide, die neben der Beeinflussung zelluärer Prozesse eine Menge positver Wirkungen haben, unter anderem auch die Immunmodulation.

Mit dem Zunderschwamm machen wir einen DMSO Auszug, der Am Ende im Verhältnis 60:40 mit Magnesiumöl-Bor verdünnt wird. Das verwenden wir zur äußerlichen Anwendung bei Problemen mit Sehnen, Arthrose, Gelenksentzündungen. Aus der bisherigen Erfahrung hilft das recht gut, allerdings nehmen wir bei Gelenksschmerzen dazu immer den Zundersschwamm und Rotrandigen Baumschwamm als Sud, sowie Hagebuttenpulver und Bor ein.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Zunderschwamms

Chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
Darmsanierung
unterstützt die Leber (Entgiftung)
wundheilungsfördernt
blutungsstillend
entzündungshemmend
antibakteriell
antiviral
immunmodulierend
Asthma und Lungenerkrankungen
Blasenleiden
Regelbeschwerden
Wechseljahrbeschwerden
Speiseröhren-, Magen- und Gebärmutterkrebs
nach Schlaganfällen (Rauch des Zunderschwamms)
Homöopathisch gegen das Ausgebranntsein, Burnout (Zunder! – um die Lebensenergie wieder zu entflammen)

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)

Der Rotrandige Baumschwamm gehört für mich zu den meist unterschätzten Heilpilzen. Von der Signatur her würde ich ihn in erster Linie dem Mars zuordnen. Er ist an seiner Kruste leicht harzig (Terpene!) und hat einen ganz unverwechselbaren Geruch.  Beim Glänzenden Lackporling (Ganoderma lucidum), besser bekannt als Reishi (wissenschaftlich gut untersucht), sind bisher über 150 Terpenderivate bekannt. Die Zahl der entsprechenden Verbindungen dürfte auch beim Rotrandigen Baumschwamm viel höher sein als zur Zeit bekannt ist.

Rotrandiger Baumschwamm

Er ist nicht ganz so leicht wie der Birkenporling zu verarbeiten, aber auch nicht ganz so schwierig wie der Zunderschwamm. Je nach Stadium der Fruktifikation und Fundort kann er im inneren von der Helligkeit und Farbe her sehr varieren.

Beim rotrandigen Baumschwamm ist es wichtig ihn mindestens 30 Minuten lang abzukochen. Ich nehme dazu immer den selben Topf, weil die harzige Kruste im Topf danach nicht so leicht zu reinigen ist. Der Geschmack ist angenehm bitter (deutlich weniger als beim Birkenporling). Für mich ist es auch ein wichtiger Heilpilz zum Kombinieren, um die Wirkung der anderen zu verstärken. Zur Zeit verwende ich ihn mit dem Chaga.

Mit dem Rotrandigen Baumschwamm haben wir auch eine Tinktur angefertigt (intensive rote Farbe).

Wirkung und Anwendungsgebiete des Rotrandigen Baumschwamms

Zahnfleischentzündung
Entzündungen im Magen Darmtrakt
antibakteriell
nervenstärkend
abwehrstärkend
blutstillend
herzstärkend
krebshemmend
Blasen- Nierenfunktion
Prostata Beschwerden
Atemwegserkrankungen
Hefepilz (Candida)
zum Abnehmen (fördert Fettabbau)

Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)

Die Schmetterlingstramete ist zwar relativ leicht zu finden, aber Exemplare, die unten rein weiß sind, sind in ausreichender Menge schon wieder schwieriger zu finden. Sie haben eine gummiartige Konsistenz und sind beim Putzen etwas schwierig zu schneiden. Die traditionelle Anwendung hier ist das Heißwasserextrakt (also Sud). Ich koche sie ebenfalls 15 – 20 Minuten aus. Für Extrakte und Tinkturen haben wir sie bisher nur in Kombination verwendet. Im asiatischen Raum und in Australien ist seit 1970 ein Medikament bekannt, das dort bis heute mit großem Erfolg zusätzlich zur Chemotherapie angewendet wird. Es wird aus dem Myzel der Schmetterlingstramete gewonnen und senkt die Sterblichkeitsrate signifikant, weil es das Immunsystem in dieser Zeit stützt. Das Medikament heißt PSP, PSK, Krestin, ist in Europa aber nicht erhältlich. Die einzige Bezugsquelle, die ich bisher dafür gefunden habe ist in Australien.

Wirkung und Anwendungsgebiete der Schmetterlingstramete

starke Immunstimulation
krebswachstumshemmend
lindert Nebenwirkungen der Krebstherapie
antiviral (Hepatitis, Herpes, Grippe)
antibakteriell
Leber und Milz (stärkt den inneren Alchimisten, Verdauung, Entgiftung)

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

Den Schwefelporling essen wir im Frühjahr immer frisch. Dazu kochen wir ihn kurz ab und panieren die Stücke und braten sie anschließend raus. Die Konsistenz ist gut und er schmeckt wie Huhn. Auch für den Wok schmeckt er ausgezeichnet. Allerdings nehmen wir nur frische Exemplare und von denen nur die frischen Zuwachskanten (im Alter wird er holzig und bitter).

Schwefelporling

Wir verarbeiten ihn aber auch zu einem Doppelextrakt, weil gerade im Winter und in Coronazeiten, wenn es ihn nicht frisch gibt, seine Qualitäten gefragt sind.

Im Vordergrund steht für mich seine Hemmwirkung gegenüber der reversen Transkriptase. Die reverse Transkriptase benötgen Retroviren, um ihre einsträngige Erbinformationen (RNA) in einen Doppelstrang (DNA) umzuschreiben, denn erst so können sie ihre Erbinformation in befallene Zellen intregrieren bzw. die Zellen ihres Wirtes umprogrammieren. Das Enzym erfüllt damit eine entscheidende Funktion bei der Vermehrung des Virus und ist ein wesentlicher Angriffspunkt für Pharmazeutika bei der Behandlung retroviraler Erkrankungen (wie zB. HIV). (siehe Guthmann, 1. Ausgabe, Seite 254). Weiters wirkt er blutgerinnungshemmend (indem er das Enzym Thrombin hemmt), antibiotisch (Cyclopeptid Beauvericin) gegen gramnegative und insbsondere grampositive Bakterien, sowie antioxidativ. Er kann auch gegen den Malaria Erreger und gegen den humanpathogenen Hefepilz Candida albicans eingesetzt werden. Offenbar erhöht der Pilz auch die Empfindlichkeit gegenüber Insulin und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel.

Neben der wissenschaftlichen Seite sehe ich persönlich jedoch auch von seiner Signatur her (Sonne) noch weitere Anwendungsgebiete. Deshalb habe ich heuer im Frühjahr einen größeren Fruchtkörper verarbeitet und mir einen etwas größeren Vorrat des Doppelextrakts angelegt. Wir wenden ihn in unserer Familie an, und meiner Wahrnehmung nach gehört er zweifellos zu jenen Heilpilzen, deren Potential noch lange nicht ausgeschöpft wurde.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Schwefelporlings

antibiotisch
antioxidativ
blutzuckersenkend
starke Hemmwirkung auf die HIV-1 Reverse Transkriptase

Schiefer Schillerporling, Chaga (Inonotus obliquus)

Der Chaga ist bei uns in der Umgebung nicht leicht zu finden. Aber in letzter Zeit haben wir doch ein paar gefunden, der Ertrag des letzten Fundes waren ca. 2 kg, da kann man seinen Vorrat schon wieder auffüllen. Einer, der bekannten Heilpilze, man braucht nur nach Chaga zu googeln und findet tausende Einträge. Vor allem in Russland wird er in der Volksheilkunde schon lange verwendet. Es ist schon schwierig ihn zu finden, aber meist noch viel schwieriger ihn zu ernten, vor allem wenn er höher oben am Baum wächst.

Chaga

Eine Hacke oder Säge ist auch bei diesem Pilz vonnöten. Auch das Verarbeiten gestaltet sich nicht ganz so einfach, vor allem wenn ich ihn in kleinere Stücke für den Dörrer zerteilen will. Er wächst auf Birke. Maserknollen schauen oft sehr ähnlich aus, wer ihn noch nicht gut kennt kommt nicht umhin ein Stück seiner schwarzen Kruste aufzubrechen, um zu sehen ob er dahinter korkartig orange ist. Wenn Holz zum Vorschein kommt, ist es eine Maserknolle. Vom Geschmack her ist er angenehm, er schmeckt fast ein wenig nach Vanille. Also eher harmonisch und gut zu trinken. Der letzte, den wir gefunden haben wird beim Auskochen ganz schwarz, wie Kaffee. Das ist der Pilz, den ich das ganze Jahr über regelmäßig trinke. Eine weitere Besonderheit ist, dass man die selben Pilzstücke locker 10 x auskochen kann. Von daher kommt man lange aus, 300 g reichen sicher für ein halbes Jahr.

Zusätzlich haben wir mit Rum noch eine Tinktur, sowie ein Doppelextrakt gemacht.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Chaga Pilzes

entzündliche Erkrankungen des Magen- Darm-Traktes
Krebserkrankungen allgemein, mit einem besonderen Schwerpunkt auf solche des Magen-Darm-Traktes
Hungerstillung
entzündungshemmend
allgemein kräftigend
antioxidativ
antiviral
Abwehrkraft
immunmodulierend
stoffwechselanregend
zur Unterstützung bei allergischen Hauterkrankungen (Darmsanierung)
äußerlich reinigend und desinfizierend

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Der Fliegenpilz ist schön anzusehen, früher sind wir an ihm immer vorbeigegangen. Seit unserer Beschäftigung mit Heilpilzen hat sich das aber geändert. Exemplare mit geschlossenen Hüten legen wir in Wodka ein, um eine alkoholische Tinktur anzufertigen.

Fliegenpilz

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich nun unter anderem mit der Herstellung eines Fliegenpilz-Sirups. Laut Rezept werden die Fliegenpilze zuerst in Zucker eingelegt, dann mit Wasser aufgegossen, um diese in die Gärung zu schicken. Dazu braucht es ein hermetisch verschlossenes Gefäß mit Gärröhrchen oder Gärspund. Mein erster Versuch ist gleich am Anfang fehlgeschlagen, weil nach einer Woche drinnen alles voller Schimmel war. Wahrscheinlich war das Gefäß nicht luftdicht verschlossen, so dass Sauerstoff oder Sonstiges von Außen eindringen konnte. Das führt natürlich schnell zur Oxidation oder Fehlgärung durch Bakterien oder Mikroorganismen. Anhand dieses Ergebnisses weiß ich jetzt, warum das Werk in einem HERMETISCH verschlossenen Gefäß stattfinden muss.Warum man sauber arbeiten muss. Warum ein zuviel an Sauerstoff in dieser Phase unvorteilhaft ist. Warum Temperiertheit wichtig ist. Welche Rolle Disziplin, Geduld und Achtsamkeit bei diesem Prozess spielen. Das klingt jetzt erstmal alles sehr einfach. Aber nachdem ich das auch in die richtigen philosophischen Entsprechungen übersetze, sind diese Erfahrungen schon sehr aufschlussreich.

Wirkung und Anwendungsgebiete des Fliegenpilzes

äußerlich bei Rheuma und Gelenkschmerzen
Geschwüre, Wunden und krebsartigen Veränderungen der Haut
Epilepsie und Lähmungen
Durchfall
Magenschmerzen
Kopfschmerzen
Erschöpfungszustände
stimmungsaufhellend
traumfördernd
Wechseljahrbeschwerden
homöopathisch gegen Beschwerden des gesamten Nervensystems

Birkenporling, Chaga, Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Schmetterlingstramete unterstützen sich gegenseitig, deshalb kombiniere ich diese gerne miteinander.

Viele Vital- und Heilpilze, die wir nicht verarbeiten essen wir frisch. Das Judasohr in der Suppe, Tintlinge mit Knoblauch und Ei, Krauseglucke in Saucen und paniert, den Violetten Rötelritterling legen wir in Essig ein. Von einigen Heilpilzen haben wir auch Urtinkturen hergestellt. Es ist einfach schön, seine kleine, eigene, individuelle Hausapotheke zu haben.

Von den Heilpflanzen haben wir heuer auch Löwenzahnwurzel, Johanniskraut und Schafgarbe zu einer Tinktur verarbeitet.

Weitere Bausteine unseres Gesundheitsbaukastens sind

Weingeist 96 % für die Herstellung von Urtinkturen
DMSO als Lösungsmittel um zugleich Wasserlösliche und Fettlösliche Stoffe auszuziehen, Wirkverstärker
Milchsäure rechtsdrehend
Natriumchlorit Lösung NaClO2, 25 % und Salzsäure 33 % für die Herstellung von CDL
Wasserstoffperoxyd
Glycerin
Magnesiumchlorid
Bor
Organischen Schwefel und anorganischen Schwefel
Kolloidales Silber
Zink
Liposomales Vitamin C hochdosiert
Vitamin D + K2
Grapefruitkernextrakt (allerdings das echte nach Dr. Harrich!) als natürlicher Antibiotika-Ersatz
CBD Vollspektrum 10 %
CBD Blüten, als natürliches Schmerzmittel
Zeolith, zum Entgiften

Nach und nach erweitern wir so unseren Gesundheitsbaukasten. Wir übernehmen damit selbst wieder mehr Verantwortung für unsere Gesundheit. Die Natur ist großartig und die Pharma keine Heilsreligion. Auch wenn uns das in Zeiten von Corona über die Medien so verkauft wird. Die heutige Medizin hat ihre Stärken (Notfallmedizin, Chirurgie…), was aber sicher nicht dazu gehört sind ganzheitliche Heilansätze. Die Beschäftigung mit der Natur ist immer lehrrreich und zugleich erfüllend. Geht in den Wald, atmet reine Luft, genießt die Sonne und vergesst nicht mit Freude zu Leben!

Abschließend möchte ich kurz die Bücher erwähnen, die ich allen Interessierten zu diesem Thema empfehlen kann:

1) Heilende Pilze, Jürgen Guthmann / sozusagen das Standardwerk auf diesem Gebiet, sehr umfangreich und mit dem Schwerpunkt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus tausenden von Studien.

2) Gesund mit Heilpilzen, Philip Rebensburg u. Dr. med. Andreas Kappl / wissenschaftliche Studien dazu gut erklärt, sehr gut nachvollziehbare Anwendungstipps mit dem Schwerpunkt auf die Praxis der Anwendung

3) Die Heilkraft der Pilze, Prof. Dr. Jan Lelley / etwas älter, sozusagen der Vorläufer der zuvor genannten Bücher, nicht nur auf heimische Pilze bezogen, sehr genaue Dosierungstipps

4) Pilze in der Homöopathie und der Naturheilkunde, Anneliese Barthels / sehr detailliert, was die Beschreibung der Analogien anbelangt (Pilzthemen), Bereicherung zur Signaturenlehre, Beschreibung der homöopathischen Anwendung auch des Birkenporlings, Zunderschwamms und Schopftintlings

5) Mykotherapie für Tiere, Wanda May Pulfer / Anwendung bei Tieren, aber auch sehr viel auf den Menschen ableitbar!, exakte Beschreibung der Indikationen und Dosierung, professionell aufbereitet für Mediziner

6) Paracelsusmedizin, Olaf Rippe, Christian Rätsch / als Ergänzung, für ein erweitertes Medizinverständnis, um zu vertiefen was ganzheitliche Heilung in Wahrheit bedeutet

Pilzberater Seminar im Waldviertel

Pilzberater Seminar im Waldviertel

Nachdem wir schon seit längerem mit Begeisterung an den Exkursionen der Arbeitsgemeinschaft Heimische Pilze teilnehmen, beschlossen wir dieses Jahr unsere Kenntnisse weiter zu vertiefen und am einwöchigen Seminar der ARGE Pilzberater in Langschlag teilzunehmen.

Ins Waldviertel kommen wir Steirer ohnehin nicht so oft, und das obwohl der Landschaft dort eine wundervolle Mystik innewohnt.

Opferstein
Wackelstein

Dem Verein ARGE Pilzberater, der Veranstalter des Seminars, sind wir am Ende dieser Woche gerne beigetreten. In dieser Woche haben wir sehr viele nette, sehr kompetente Personen, die sich intensiv mit Pilzen beschäftigen, aus ganz Österreich kennengelernt. Der Austausch, der in dieser einen Woche stattfindet, ist extrem bereichernd und sicher einmalig in dieser Form.

Als Neue haben wir erstmal am Kurs für angehende Pilzberater teilgenommen, den der pensionierte Fliegeroffizier und Pilzexperte Herbert Glöckler geleitet hat. Mit seinen 80 Jahren hat er nicht nur ein umfangreiches Wissen über die Pilze, verbunden mit einem riesigen Erfahrungsschatz, sondern auch noch den “Schmäh” eines alten Feldmykologen, um dieses Wissen sympathisch und mit Humor zu vermitteln.

Herbert Glöckler führte seine Gruppe mit Fragen an die richtige Bestimmung heran
Die meiste Zeit verbrachten wir im Freien
Sobald etwas gefunden wurde, wird gemeinsam in der Gruppe bestimmt
Rotfußröhrlinge, Xerocomellus chrysenteron
Geschmückter Gürtelfuß, Cortinarius armillatus

Welche Bäume befinden sich in der Nähe, wie ist die Beschaffenheit des Bodens, wie der Geruch? Zu welcher Familie, zu welcher Gattung gehört der Pilz? Wer die Zugehörigkeit richtig erkennt, erhält dadurch schon wichtige Informationen, bevor er den Pilz ganz genau bestimmen kann. Wer zum Beispiel die Cortinarien (Haarschleierlinge) als Gattung bestimmen kann, weiß dass es in dieser Gruppe, die in Europa ca. 500 Arten umfasst, keine nennenswerten Speisepilze gibt (einer der wenigen essbaren in dieser Gruppe wäre die Schleiereule, Cortinarius praestans) und diese aufgrund ihrer teils tödlich giftigen Vertreter nicht gesammelt werden sollten (zB. Orangefuchsige Rauhkopf, Cortinarius orellanus und der Spitzbucklige Rauhkopf, Cortinarius speciosissimus). Besonders Arten mit rötlichen und orange Färbungen gelten als verdächtig. Wer hingegen die Täublinge erkennen kann weiß, dass es innerhalb dieser Gruppe keine besonders gefährlichen Vertreter gibt und kann diese zwecks besserer Unterscheidung in der Folge auch kosten, um Milde, Bitterkeit oder Schärfe zu unterscheiden.

Zwei tödliche gefährliche Gesellen unter den Cortinarien
Nachbestimmung zu Übungszwecken

Nach der Rückkehr wurden alle Funde des Tages nochmals von den einzelnen Gruppenmitgliedern bestimmt. So wurden die erworbenen Kenntnisse, in unserem Fall von Herbert Glöckler und Otto Stoik, zu Übungszwecken nochmals überprüft, um diese zu festigen.

Theorie

In den Theoriestunden wurden die relevanten Bereiche des Forstrechts (wer darf wann wo Pilze sammeln oder nicht), die Grundlagen zur Lebensweise der Pilze, und Details zur Wirkungsweise der wichtigsten Pilzgifte vermittelt.

Mikroskopier-Raum

Die Spezialisten (aus dem universitären Bereich und Hobbymykologen mit sehr hohen Niveau) sind meist bis nach Mitternacht im Mikroskopierrraum gesessen, um ihre Kenntnisse zu erweitern und jene Bestimmungen vorzunehmen, die nur mehr mit dem Mikroskop möglich sind. Da einem in dieser Woche alle Bereiche offen standen und die Fortgeschrittenen auch den Anfängern geduldig alles zeigten und erklärten, haben wir uns das an einem Abend auch einmal näher angeschaut. Dabei ist mir schnell klar geworden: Wer sich in diesen Bereich vorwagt, macht ein neues Faß auf.

Austellungsraum

Die bestimmten Funde aller Gruppen wurden im Ausstellungsraum präsentiert. So konnte auch die dort heimische Bevölkerung von der Pilzausstellung profitieren. Wir haben jeden Tag nach dem Frühstück den Tag damit begonnen, die neu dazu gekommenen Exemplare zu besprechen.

Wald bei Langschlag, Waldviertel

Danach ging es wieder ins Freie, um die Pilze vor Ort zu bestimmen.

Wald bei Langschlag, Waldviertel
Kornblumenröhrling, Gyroporus cyanescens
Herbert Glöckler führt in die Welt der Stäublinge ein
Samtfuß-Holzkrempling, Tapinella atrotomentosa
See mit Moorgebiet in der Umgebung von Langschlag
Trompetenflechte, Cladonia fimbriata (Kein Pilz sondern Flechte!)
Schiefer Schillerporling, Chaga-Pilz, Inonotus obliquus
Schiefer Schillerporling, Chaga-Pilz, Inonotus obliquus

Am Abschluss der Veranstaltung, haben wir in der Nähe von Langschlag noch einen Chaga-Pilz entdeckt. Nicht weit daneben stand ein Bauernhaus, wo wir gefragt haben, ob das ihr Wald sei und wir diesen ernten dürfen. Die Bäuerin hat uns sogar noch eine Leiter geborgt, damit wir so hoch raufkommen und sich gewundert, was es alles so gibt. Alles in allem eine sehr schöne, lehrreiche und auch unterhaltsame Woche in Langschlag. Wir freuen uns auf alle Fälle schon auf die Seminarwoche der ARGE Pilzberater im kommenden Jahr, die aller Voraussicht nach in Salzburg, in der Nähe des Wolfgangsees stattfinden wird.

Exkursion zur Flora im Wildnisgebiet Dürrenstein

Exkursion zur Flora im Wildnisgebiet Dürrenstein

Am vergangenen Wochenende waren wir wieder einmal im Wildnisgebiet Dürrenstein unterwegs. Das ist dort, wo der Wald noch Wald sein darf und nicht nur als banaler Holzacker herhalten muss. 

Naturwald im Wildnisgebiet Dürrenstein

Die Ybbs bietet hier viele versteckte, wunderschöne Plätze um sich an heißen Wandertagen zu erfrischen.

Ybbsbach
II. Kaiser Franz Josef Hochquellenleitung

Sogar die Städter aus Wien erfrischen sich am Wasser aus diesem Gebiet: Die Stadt Wien wird im Noralbetrieb zu 100 Prozent mit Quellwasser aus den niederösterreichisch steirischen Alpen versorgt. Dank der ausgezeichneten Qualität des Quell-Wassers muss dieses auch nicht mehr aufbereitet werden. In unterirdischen Leitungen wird dies zum Teil durch die Berge geführt und gelangt im natürlichen Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis nach Wien. Auf seiner Reise durchfließt das Wasser 30 Aquädukte. 

Dr. Karl Lueger Gedenktafel
Aquädukt

Am ersten Tag haben wir uns erstmals am Eulenweg und in einem dahinter liegenden Wald umgeschaut. 

Eulenweg im Wildnisgebiet Dürrenstein
Zauneidechse (Lacerta agilis)

Gleich am Anfang des Weges sind wir der Zauneidechse begegnet. Ein Tier, das in ganz Österreich vorkommt und unterschiedliche Lebensräume nutzt. 

Obwohl die Zauneidechse als sehr anpassungsfähig gilt, wird sie dennoch aufgrund von Lebensraumverlust als zunehmend gefährdet eingestuft und ist geschützt.

Natternkopf (Echium vulgare)

Am Rande einer Wiese steht der Natternkopf, ein Verwandter des Boretsch und des Beinwells. Er wurde als Heilkraut bei Verstauchungen, Wunden, Quetschungen, aber auch gegen Schlangenbisse angewendet, wie sein Name bereits andeutet.

Melanisierte Blindschleiche

Unmittelbar danach sind wir auch gleich auf die dazugehörige Schlange gestoßen, eine melanisierte Blindschleiche. Mitten am Weg genießt sie offenbar die wärmenden Sonnenstrahlen. Bevor sie das Feld räumt bäumt sie sich noch einmal auf, was bei einer Schlange dieser Größenordnung eher trotzig als gefährlich wirkt. Danach ist sie zügig in den Grasrand des Weges zurückgekehrt und ward nicht mehr gesehen.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)
Zunderschwamm (Fomes fomentarius)
Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) mit Guttationstropfen
Am Ende des Eulenwegs

Der dahinter liegende Wald gehört bereits zum Wildnisgebiet, die Anzahl an Baumschwämmen ist hier schon beachtlich. Das liegt an der großen Menge Totholz, das hier nicht wie in Wirtschaftswäldern sofort ausgeräumt wird.

Durch Borkenkäferbefall abgestorbene Fichten im Wildnisgebiet Dürrenstein

Sogar der Borkenkäfer, vor dem sich die Betreiber von monokulturellen Fichtenplantagen wie der Teufel vorm Weihwasser fürchten, darf hier ungestört sein Unwesen treiben. In natürlichen Wäldern wird dieser nicht unbedingt als Schädling gesehen, weil auch er seinen Beitrag zum ökologisches Gleichgewicht leistet. Er befällt dort niemals alle, sondern bevorzugt bereits geschwächte Bäume. Dabei schafft er (in den danach abgestorbenen Bäumen) Lebensraum für viele Insektenarten sowie lichte Freiflächen für die gesunden Nachkommen angrenzender Baumpopulationen.

Sogar einen nach mir benannten Wanderweg gibt es dort
Werner Gamerith
Werner Gamerith beim Erklären der Flora

Am zweiten Tag durften wir wieder an einer Exkursion des Wildnisgebietes Dürrenstein mit Werner Gamerith teilnehmen. Mit seinen 81 Jahren ist er topfit und noch agiler unterwegs, als viele der an Jahren deutlich jüngeren Teilnehmer. Die Exkursionen mit ihm sind immer ein besonderes Erlebnis. Sein botanisches Wissen ist immens, seine Liebe zur Natur und seine Neugierde am Wegrand stets was zu entdecken sind groß und seine Geduld das alles auch verständlich zu erklären ist schier endlos. Da er selbst fotografiert, besitzt er auch viel Verständnis für alle, die sich jene Zeit für ein Motiv nehmen, welches dieses benötigt.

Werner Gamerith entdeckt ständig neue Motive

Die Route führt von den Rothschildteichen über die Ybbstalerhütte (1.343 m) weiter auf den Noten (1635 m). Nachdem es den ganzen Tag über drückend heiß war, waren wir am Ende ziemlich erledigt. Gemeinsam tauchen wir nach der Rückkehr in die Ybbs und trinken noch ein kühles Bierchen aus der Kühlbox, welches auf uns brav am Parkplatz gewartet hat.

Im folgenden noch ein paar Bilder von der Gegend und von den Pflanzen am Wegesrand.

Wundklee (Anthyllis vulneraria L.)

Angeblich kann man den Wundklee sogar bei Ohrenleiden in die Ohren stecken.

Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium)

Die Laubblätter am Stängel der Akeleiblättrigen Wiesenraute enthalten einen gelben Farbstoff der zum Färben von Wolle genutzt wurde. Die Blätter ähneln denen der Akelei verblüffend. Die Pflanze wurde früher als Heilkraut gegen Wechselfieber angewendet.

Nelkenwurz (Geum)

Die Nelkenwurz gehört zu den Rosengewächsen.

Zweiblütiges gelbes Veilchen ((Viola biflora)
Habichtskraut (Hieracium pilosella)

In der Volksmedizin dient das Habichtskraut zur Stärkung der Sehkraft, so dass man scharf sehen kann wie ein Habicht. Es ist adstringierend und entzündungshemmend.

Archäne der Alpen Kuhschelle (Pulsatilla alpina)

Angeblich weil sie so „kuhschellig“ ist wenn man sie angreift, wie ein Teilnehmer der Exkursion behauptet hat. 😉

Europäische Trollblume (Trollius europaeus)
Berg-Flockenblume (Centaurea montana L.)

Die Berg-Flockenblume war ein Heilkraut der Volksmedizin, wird heute aber nicht mehr genutzt.

Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus), auch Stein-Bergminze genannt.
Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) mit erbeuteter Biene

Die Veränderliche Krabbenspinne ist ein Ansitz- oder Lauerjäger, mit Tarnung vor Fressfeinden. Veränderlich deshalb, weil sie ihre Farbe den Blüten anpassen kann.

Bibernelle (Pimpinella major)

Die Bibernellwurzeln gelten als gutes, mildes Expektorans (Husten lösendes Mittel) bei Bronchitiden oder Katarrhen der oberen Luftwege. Teezubereitung oder verdünnte Tinkturen eignen sich zum Gurgeln. Harntreibend und gegen Verdauungsstörungen. 

Maria (mit Willi) und Reinhard. Beide ebenfalls Experten mit großer Kenntnis.
Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
Goldlaufkäfer (Carabus auratus)
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
Gold-Pippau (Crepis aurea)
Wassersterne (Callitriche)
Narzissenblütiges-Windröschen (Anemone narcissiflora)
Kurz vor dem Gipfel des Noten
Unsere Exkursionsgruppe am Gipfel des Noten
Blick auf den Dürrenstein

Heilpilze – Wirkstoffe sind nur ein Teil ihres Wesens


(eine, meine, etwas andere Betrachtung zu den Heilpilzen)

Weil ich die Verantwortung für meine Gesundheit nicht voll und ganz an den Staat, an alle möglichen Ärzte und an die Pharmaindustrie abgeben möchte, komme ich nicht umhin mich selbst vermehrt um den in unserer Natur verborgenen Heilschatz zu kümmern und die Apotheke Gottes mit meinem Besuch hin und wieder selbst zu beehren. In meinem Fall die Abteilung Heilpilze.

Die Natur als Apotheke: Samtfußrübling (Flammulina velutipes)

Aber damit diese Herangehensweise zum Erfolg führt, beachte ich persönlich ein paar Dinge. Denn es reicht meiner Einschätzung nicht aus, die Arbeit des Arztes laienhaft zu imitieren (vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt her ist der Arzt natürlich immer geschulter als ich). Ich hab die Krankheit X, da hilft laut Wirkstoffgehalt der Pilz Y. Aha, ok, nehm ich, danke. Oje, wirkt doch nicht so stark wie ich dachte. Zweifel. Dann bleibe ich doch lieber bei den Pharmaprodukten…. Diese Vorgehensweise ist in unserer wissenschaftlich geprägten Zeit zwar zutiefst verständlich, aber nichts desto trotz für mich unzureichend. 

Das Wissen um die Wirkstoffe ist zwar sehr wichtig, aber meiner Auffassung nach bildet es nur einen Teil der ganzen Wahrheit um die Heilkraft der Pilze ab. Jeder Heilpilz hat, so auch wie der Mensch, eine geistige Existenz (alchimistisch: Merkur), eine persönliche Kraft (Sulphur) und eine physische Manifestation (Sal). Warum nicht alle Ebenen miteinbeziehen? Wenn das Dach brennt, versuche ich doch auch nicht den Keller zu sanieren um das Haus zu retten?

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

In der Volksheilkunde geht es meiner Ansicht nach nicht nur alleine um die „isolierte Betrachtung und Anwendung von Wirkstoffen“, sondern auch um

1) Das bewusste Ritual des Suchens / Findens, also Offenheit und Aufmerksamkeit für die physische Darstellung des Geistigen in der Natur (Signatur) und die Befolgung deren Lehren. Das was unten ist, ist auch das was oben ist.

2) Die achtsame Verarbeitung. Dazu gehört für mich die Definition eines klaren Zieles, die Planung des Verarbeitungsprozesses mit den dazu gehörenden philosophischen Überlegungen und das Feingefühl für das „Wesentliche“. Mit „Wesentliches“ meine ich das Erfassen des Wesens eines Heilpilzes. Auch der Berücksichtigung der Zeitqualität (Stand der Gestirne) schenke ich Beachtung. Denn so wie die Sonne im Sommer ihre Früchte hervorbringt und der Mond die Wasser bewegt, haben die Gestirne und die Zeitqualität einen großen Einfluss auf den Verarbeitungsprozess und damit auch auf den Heilerfolg. Was bringt es mir Nachts mit der Laterne nach der Sonne zu suchen?

3) Die richtige Anwendung. Dazu gehört für mich die Liebe bei der Einnahme, die sich in meiner innigen Verbundenheit zu den Heilpilzen ausdrückt und das Vertrauen in ihre Heilkraft, die auf Kenntnisse ihres wahren Wesens beruht.

Rotrandiger Baumschwamm  (Fomitopsis pinicola)

ACHTSAMKEIT ist dabei meine Grundeinstellung.

Zuerst einmal Achtsamkeit mir selbst gegenüber:
Die erste Chance auf einen Heilerfolg sehe ich darin, dass ich mich selbst am besten kenne. Lebensumstände, Ängste, Stressfaktoren, Disharmonien… wo lebe ich gegen meine Überzeugungen oder wider meiner Natur? Auf welcher Ebene könnte die Ursache liegen (auf der Mental-, Astral-, oder auf der physischen Ebene)? 

Heutzutage wird ja oft das Übel (Symptom) mit der Ursache gleichgesetzt, welche aber bei näherer Betrachtung so gut wie nie identisch sind. Schon unsere Vorfahren wussten, dass es in der Heilkunst essenziell ist das Übel von der Ursache zu scheiden. Welcher Arzt nimmt sich heute noch hierfür ausreichend Zeit? Und jene Ärzte, die sich diese Zeit nehmen ordinieren meist privat und haben vorwiegend auch solche Patienten, die bereits wissen, dass diese Unterscheidung von großer Bedeutung ist.

Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Die Achtsamkeit den Heilpilzen gegenüber:

So wie es keine zwei gleichen Menschen gibt, gibt es für mich auch keine zwei gleichen Heilpilze. Meine Verwandten gehören zwar der selben Familie an, wohnen an verschiedenen Orten und können obwohl sie mir ähneln trotzdem sehr Unterschiedliches in der Welt bewirken. Was will ich damit sagen? In der Zeit, in der ich nun Heilpilze sammle, ist mir aufgefallen, dass ein Zunderschwamm nicht gleich ein Zunderschwamm ist (das gilt natürlich für alle anderen Heilpilze auch). Für mich ist es deshalb wichtig auf folgendes genauer zu achten und mir Notizen zu machen:

  • Fundort (Höhenlage, Himmelsrichtung von meinem Wohnort aus, Art des Waldes, Bodenbeschaffenheit, Nachbarn usw.)
  • Umstände des Fundes (Weg, Zeitqualität, Besonderheiten, Erlebnisse, Eindrücke, Wetter…)
  • Beschaffenheit (Form, Farben, Geruch, Festigkeit beim Schneiden, Gefühl wenn ich ihn abtaste…)

Finde ich zum Beispiel einen alten Zunderschwamm im Hochmoor auf 1000 m Seehöhe, auf einer Birke, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft der Birkenporling und der Rotrandige Baumschwamm wächst, setze ich ihn nicht mit einem alleine wachsenden Zunderschwamm in einem tiefliegenden Buchenwald gleich. Ich verarbeite ihn anders und setze ihn anders ein.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius) mit über einen halben Meter Durchmesser und einem Gewicht von 12 kg

Diese Achtsamkeit der Natur und ihren Wesen gegenüber ist für mich ein Teil des Wunders, den ich bei standardisiert hergestellten pharmazeutischen Produkten vermisse. Auch sehe ich einen großen Unterschied zwischen Zuchtpilzen und wild wachsenden Pilzen. Wie fühlt sich ein Mensch in einer Arbeitersiedlung und wie ein Mensch in einem alleinstehenden Haus in der Natur? Ich denke nicht gleich. Ist der Geist der dort herrscht der gleiche? Meiner persönlichen Wahrnehmung nach nicht. So sehe ich das auch bei den Heilpilzen. Das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu stärken und so Verantwortung für die Gesundheit zu übernehmen gehört für mich zum Fundament der Volksheilkunde.

Gestriegelte Tramete (Trametes hirsuta)

Ich versuche immer, das Heilmittel (nicht zu verwechseln mit dem Wirkstoffgehalt) zu erhöhen. Mache ich zum Beispiel eine Tinktur bevorzuge ich den frischen Pilz weil ich seinen flüchtigen Lebensgeist (Merkur) mitnehmen möchte. Auch trachte ich danach, das Feine vom Groben zu scheiden (z.B. mittels Extraktion, Destillation, Filtration, Kalzination…). Das Prinzip der Erhöhung entspricht der spagyrischen Arbeitsweise, die darauf beruht das Feine vom Groben zu scheiden, die Bestandteile zu reinigen und am Ende wieder zu vereinen. So wie mit Heilpflanzen funktioniert das auch mit den Heilpilzen. Aus dieser philosophischen Betrachtung heraus hat die Einnahme des rohen Pilzpulvers für mich weniger mit Heilkunst zu tun als mit Geschäftemacherei (kostengünstigste Art der Herstellung). Erstens weil entgegen der Versprechen der Hersteller nicht alles im Pilz-Pulver enthalten ist (wo ist der flüchtige Merkur?), und zweitens weil die Aufschließung unbewusst vorgenommen wird (Leber und Milz als innerer Alchimist).

Spaltblättling (Schizophyllum commune)

Heilung bedeutet für mich die Harmonie (Gleichklang) auf allen Ebenen wieder herzustellen, was eine ganzheitliche Betrachtung sowie ein Handeln in Übereinstimmung mit der Natur voraussetzt. Und: Hinter den Schleier der sichtbaren Natur zu blicken und diese Wahrnehmung konsequent mit einzubeziehen. Die heute viel gepriesene Analytik, der richtige Umgang mit Quantitäten, ist sicher wichtig und hat der Medizin große Fortschritte beschert. Aber Krankheit/Gesundheit hat für mich nicht nur mit Quantität (Verkürzung/Verlängerung der Lebenszeit) etwas zu tun, sondern eben auch mit Qualität (Minderung/Steigerung der Lebensqualität).

Deshalb ziehe ich vor Beides, Quantität und Qualität, mit einzubeziehen. Das Ganze ist am Ende eben immer mehr als die Summe seiner Teile.

Ich wünsche allen, die Hoffnung in die Heilpilze setzen und die neue Heilwege suchen von ganzem Herzen, dass ihnen Heilung zu teil wird. Die Natur ist die größte Apotheke der Welt, die nur auf Euren Besuch wartet und für jeden Einzelnen sicher das Richtige bereithält.

(Alle Interessierte sind auch dazu eingeladen den Beitrag zum Thema Heilung auf meinem Tarot-Blog zu lesen.)

Vom KAISERLING gefunden

Dieser Text wurde am 29.09.2019 als Gastbeitrag auf krautjunker.com veröffentlicht. Mein herzlicher Dank dafür gebührt Jens Werkmeister!

Der Pilzjäger und sein Fund

Von meinen 54 Jahren auf dieser Welt streife ich nun sicher schon 50 Jahre regelmäßig immer wieder im Wald umher. Als ich klein war, habe ich mir mit Pilze sammeln noch mein Taschengeld verdient. 1970 gab es in der Steiermark noch allerorts Abgabestellen für Pilze (Steinpilze, Eierschwammerln, Totentrompeten) und für die damals reichlich wachsende Beute gleich Bares auf die Hand. Heute bin ich selbstständig und betreibe eine kleine Werbeagentur, heute liebe ich die Wälder noch immer so wie damals, heute gibt es aber bis auf wenige Ausnahmejahre leider nicht mehr diesen Pilzreichtum.

Der Wald ist heute nicht mehr, was er früher einmal war.

Die heutigen Nutzwälder verdienen die Bezeichnung Wald meist gar nicht mehr, denn in Wahrheit sind es nur mehr Holzäcker mit Fichtenbestand. Manchmal frage ich mich, wie sich die Bewohner dieser traurigen Wälder fühlen, und ob es mittlerweile darin auch schon Rehe mit Depressionen gibt.

Ein weiteres Übel sind die großflächigen Rodungen, die sind der Tod meiner mit großem Aufwand geheim gehaltenen Schwammerl-Plätze. Aus diesem Grund besteht die Hauptbeschäftigung eines Pilzjägers heute darin, neue Wälder mit Wildnisgebietcharakter zu entdecken und neue Reviere zu erschließen. Das Eschensterben in den Auwäldern (Morchelsuche) und die vielen Verbotsschilder im alpinen Raum, über die sich die Italiener krumm lachen, machen einem das Leben als Pilzjäger zudem auch nicht leichter.

Immer wieder ein Thema: Der Kaiserling

Seit vielen Jahren beteilige ich mich an den Kartierungsexkursionen der Grazer Mykologen. Das ist eine nette verschrobene Runde, deren Teilnehmer einem mit viel Geduld immer wieder ein paar neue Arten lehren und darüber hinaus bis in die hundertste Unterart Bescheid wissen.

Pareys Buch der Pilze

Um zu diesem erlesenen Kreis ein klein-klein wenig dazu zu gehören braucht man natürlich das Pareys Buch der Pilze unterm Arm und eine Meinung zum Geschmack des Kaiserlings. Die ist auch wichtig. Extrem wichtig. Denn es gibt zwei Fraktionen: Die einen finden den Kaiserling überbewertet, die anderen sehen ihn absolut am oberen Ende der Geschmacksskala, über dem Steinpilz, angesiedelt. Das Pareys Buch der Pilze, wenn auch nicht gerade günstig, weil sehr begehrt, kann man sich im Antiquariat kaufen. Den Kaiserling muss man allerdings finden. Und da beginnt schon die Problematik. Wo genau? Niemand, selbst nicht unter Androhung härtester Folter, wird einen Platz mit Geheimhaltungsstufe 8 ausplaudern (Acht ist ein Platz, den man nur vermacht!).

Wohlgefüllter Pilzkorb von einem Platz mit Geheimhaltungsstufe 8

Immer wieder kursieren zu Fundorten des Kaiserlings vage Gerüchte und gezielt platzierte Falschmeldungen, und manche Fährten sind mehr als nur abenteuerlich. So erzählte mir zum Beispiel ein Mykologe aus dieser Runde vor kurzem, dass er den Kaiserling auf der Speisekarte eines niederösterreichischen Restaurants entdeckt hat. Noch dazu als Hauptgericht. Diese unglaubliche Tatsache hat ihn sofort in die Küche des Restaurants stürmen lassen, um den Koch augenblicklich zur Rede zu stellen. Dieser gestand 30 kg Kaiserlinge von seinem rumänischen Pilz-Lieferanten gekauft zu haben. So etwas kann einem echt die Tränen in die Augen treiben, vor allem wenn man weiß wie selten dieser köstliche Pilz in unseren Breiten heutzutage vorkommt. Meine Mutter erzählte mir unlängst, dass der Kaiserling in ihrer Jugend keine Seltenheit war, die Leute am Land in der Südsteiermark ihn als Giftschwamm verkannten und ziemlich respektlos behandelten – und ich muss zu meiner Schande leider auch gestehen, dass ich ihn als Kind ebenfalls nicht kannte, weil er in meinem Suchschema schlicht und einfach noch nicht vorkam.

Der Kaiserling (Amanita caesarea)

Seit dem Beginn jener Zeit, in der ich gelegentlich in dieser verschrobenen Runde von Spezialisten verkehre, entstand also das Verlangen den ominösen Kaiserling zu finden und persönlich zu verkosten. Jahrelang ohne Erfolg. So etwas zermürbt einen Pilzjäger bis auf die Knochen. Mich sogar bis zum Bandscheibenvorfall in diesem Sommer. Zur Erholung bin ich mit meinem Miniwohnmobil (ein umgebauter Opel Movano) an einen Badesee in das schöne, milde, harmonische Burgenland gefahren. Beim abendlichen Spazierengehen sind mir die schönen intakten Wälder wieder einmal ins Auge gestochen. Anstatt der vielen Fichtenwälder in der zersiedelten Steiermark gibt es im Südburgenland noch große zusammenhängende Mischwälder. Durch die Grenznähe zu Ungarn und Esterhazy sei Dank wurden diese anscheinend nie intensiv beforstwirtschaftet. Kiefern, Buchen, Eichen und Kastanien bestimmen hier noch das Ökosystem dieser Wälder.

Das Burgenland gehört zu den schönsten Winkeln Österreichs

Die Bewohner im Burgenland gelten als freundlich und sogar die Jäger, die in der Obersteiermark selten freundschaftliche Gefühle für Pilzjäger hegen, sind hier noch sehr hilfsbereit und gesellig. Offene Forststraßen ohne Schranken sind im Burgenland gang und gäbe, in der Obersteiermark dagegen undenkbar. Diese wohltuenden Eigenschaften und die Nachricht in diversen Schwammerlforen, dass die Steinpilze im Burgenland nach dem Regen gerade “explodieren”, hat mich am Donnerstag dazu bewogen 2 Stunden Anfahrt in Kauf zu nehmen.

Steinpilz

In Begleitung meiner Lebensgefährtin Petra, auch eine begnadete Pilzjägerin, bin ich so zur Pilzjagd aufgebrochen. Schon neben der Schnellstraße Richtung Oberwart haben wir am Straßenrand die vielen Champignons und Rotkappen gesehen. Ein verheißungsvolles Zeichen für einen Pilzjäger, Zeit und Benzin nicht vergebens investiert zu haben. Nach dem Aussteigen sind wir gleich über die ersten Steinpilze gestolpert. Das letzte Mal haben wir so etwas vor 10 Jahren erlebt, weshalb sich blitzartig eine leichte Euphorie breit machte. Danach drei Krause-Glucken.

Krause Glucke (Sparassis crispa), von mir immer scherzhaft Klause Grucke genannt

Jahrelang dachten wir bei allen Jagden an den Kaiserling. Nur diesmal nicht. Und plötzlich wurde ich gefunden. Vom Kaiserling (Amanita caesarea, auch Kaiserpilz oder Orangegelber Wulstling genannt) höchstpersönlich. Selbst als Pilz, nämlich als Glückspilz, stand ich in der Mitte eines Platzes mit mindestens 10 Kaiserlingen. Und der, der am Foto gerade aus der Erde kommt, der hat mich gefunden. Und es war nicht der einzige Platz mit Kaiserlingen an diesem Tag! Was für ein Erfolgserlebnis nach all den Jahren vergeblicher Suche. Meine Erkenntnis daraus: Die Absichtslosigkeit ist eine der Quellen des Glücks, weil es dem Erreichen die Mühelosigkeit hinzufügt.

Der da hat mich gefunden! Kaiserling (Amanita caesarea)

Nun, um diesen bereits in der Antike hoch geschätzten Speisepilz seiner Stellung gebührend zu verarbeiten, habe ich mich dazu entschieden, puristisch zu bleiben und verschiedene Garstufen zu berücksichtigen.

Kaiserpilz-Macaroni

Kaiserpilz-Macaroni: Sauce: Dazu habe ich Jungzwiebel in Öl angeschwitzt, zuerst hauptsächlich die Stiele dazugegeben, vermengt und mit Obers aufgegossen, im Obers habe ich das ganze leicht köcheln lassen, gesalzen, gepfeffert, und nach und nach langsam die sehr fein geschnittene Kappen hinzugefügt (so dass die letzten am Ende noch fast roh sind). Zusätzlich habe ich in einer Pfanne 3 im Mörser zerkleinerte Walnüsse in Butter angeröstet bis diese dunkler wurden, danach die fein geschnittenen Scheiben der Kappe dazu gegeben, gewürzt, kurz vermengt und Petersilie darunter gemischt (erinnert geschmacklich irgendwie an Speckwürfel). In einer kleinen dritten Pfanne habe ich ein paar dünne Scheiben der Kappe in Olivenöl ganz kurz erhitzt und die Macaroni damit garniert. Dazu einen guten Salat und Preiselbeeren verspeist. Als Begleitung ein schwerer Rotwein (Malbec) und zur Verabschiedung ein Highland Park Viking Honour, 12 years old. Alles in allem, trotz Regen ein wundervolles Wochenende ?.

Exkursion in das Wildnisgebiet Dürrenstein und einen der letzten Urwälder (Rothwald) Europas

Exkursion in das Wildnisgebiet Dürrenstein und einen der letzten Urwälder (Rothwald) Europas

Die Faszination des Urwaldes ist etwas zutiefst natürliches. Sie resultiert aus einer tiefen inneren Sehnsucht, denn letztendlich strebt alles, also nicht nur unser Körper sondern auch unsere Seele, in den Urzustand zurück. Schon als Jugendlicher war ich begeistert davon, dass es in Österreich noch einen echten Urwald gibt. Den Rothwald. Schon damals war das Begehen dieses Gebietes strengstens verboten. Viele Landsleute wissen bis heute nichts von dessen Existenz, da vor allem in der Vergangenheit auf ein Publik machen des genauen Ortes bewußt verzichtet wurde. Der Zugang ist weit, und die Kernzone nicht ganz einfach zu finden.

Ohne Internet war es damals noch schwierig genaueres herauszufinden, aber ich habe es trotz aller Hürden in Erfahrung gebracht und mit einem Freund dem Gebiet, ich glaube es war 1986, einen „unerlaubten“ Besuch abgestattet. Ich erinnere mich noch, dass wir bei einem Bachstück , wo die Forellen aufgrund des niederen Wasserstandes weder vor noch zurück konnten mit der bloßen Hand gefischt haben und die Natur dort in vollen Zügen genossen haben. Damals waren wir in unserem jugendlichen Leichtsinn völlig unbedarft und aus heutiger Sicht wohl auch ziemlich respektlos. Heute würde ich das selbstverständlich nicht mehr machen und achte dieses Gebiet als höchst schützenswert.

Erneut zu Gast im Rothwald

Weil ich dieses Gebiet jedoch mit meinem jetzigen Wissenstand zur Natur und Pilzen (vor allem was die Baumpilze betrifft) noch einmal besuchen wollte, habe ich mich mit meiner Freundin zu einer der wenigen und meist schnell ausgebuchten Exkursionen angemeldet. Das Schöne an dieser Art des Besuches ist, dass man von fachkundigen Biologen doch eine ganze Menge neuer Informationen über dieses Gebiet, z.B. über Geologie, Fauna und Flora, erfahren und lernen kann. So hörten wir zum Beispiel diesmal untypischer Weise am Tage den Ruf des Rauhfußkauzes (Aegolius funereus) – so hört er sich übrigens an: Ruf Rauhfußkauz – und staunten über die Häufigkeit des Grünspanbecherlings (Chlorociboria aeruginascens). Das grünlich-blaue Holz wurde in der Zeit der Renaissance übrigens für Intarsienarbeiten verwendet weil der Farbstoff Xylindein ziemlich lichtbeständig ist.

Grünspanbercherling

Auch den gefährlichsten Schadpilz an jungen Fichten, den Schwarzen Schneeschimmel (Herpotrichia juniperi)  kannte ich bis dato noch nicht. Ich hatte ihn an Nadelbäumen zwar schon unzählige Male gesehen, wusste jedoch nicht genau, um was es sich dabei handelt. Nach einem schneereichen Winter, wir sind noch über Schneefelder gestapft, hat er dieses Jahr wohl ideale Bedingungen vorgefunden. Eine Besonderheit haben wir leider (noch) nicht zu Gesicht bekommen. Den Duftenden Feuerschwamm. Aber es ist ja durchaus etwas Schönes auch weiterhin hohe Ziele zu haben, nämlich diesen Duftenden Feuerschwamm zu besuchen, zu riechen, einmal zu sehen, von dem es weltweit nur mehr ein paar bekannte Fundstellen gibt, wovon sich eine im Rothwald befindet (siehe Bilder im Pilzforum). 

Die Urwälder hier waren Buchenwaldgesellschaften

Was ich bisher auch noch nicht wusste: Dass ohne Einfluss des Menschen 70 – 80% mitteleuropäischer Wälder Buchenwaldgesellschaften wären, dass die Fichten Spezialisten in der Kadaververjüngung sind (also bevorzugt am Totholz wachsen um nach dem Winter am Schnellsten aus dem Schnee zu kommen und um den Kampf um das Licht zu gewinnen), dass junge Tannen jahrelang im Schatten leben können, bis sie nach einem eventuellen Baumbruch in ihrem Umfeld das entstandene Lichtloch sofort nutzen können, und dass Lärchen darauf spezialisiert sind auf Gestein und Geröll zu keimen (was ihre Konkurrenzschwäche auf normalen Böden wettmacht). Alleine daran erkennt man schon, dass nicht alle Bäume gleich sind, was ihre Fähigkeiten und Spezialisierungen im Verdrängungswettbewerb anbelangt. 

Zunderschwamm
Kadaververjüngung

Reinhard Pekny, einer der Wildnisranger im Naturpark Dürrenstein, schrieb in den Wildnis News einmal: „Doch ebenso wie von anderen Kulturleistungen der Menschheit eine essentielle emotionale Nahrung für unser Menschsein ausgeht, spendet uns auch die Wildnis eine tiefgehende Selbsterfahrung. Sie regt uns zur Selbstreflexion an und kann helfen, unseren Platz in diesem Universum zu definieren und zurechtzurücken. Sie ermöglicht uns eine Kalibrierung des Wertesystems, sie relativiert unser Schubladendenken in Gut und Böse, in Schädlich und Nützlich.“ Trotz, oder gerade wegen dieser ganzheitlichen Sichtweise gibt es auch in der Biologie anscheinend Diskussionen über “Neubürger oder schädliche Eindringlinge?”. Ich kann jedem empfehlen, über den Wegen der Grünen Dame (also der Natur) zu neuen Erkenntnissen und zu einer über den Intellekt hinausgehenden Weisheit zu gelangen.

Wir sollten der Natur wieder das Recht auf Selbstbestimmung zugestehen, uns zurücknehmen, sie gut beobachten und von ihr lernen. Ein wenig Demut in dieser Hinsicht täte uns allen gut. Denn in der Wildnis wurzelt letztendlich alles Wissen einer erfolgreichen Kultivierung. Wer die Natur in ihrer ursprünglichen Form nicht versteht, wird nichts je wahrhaft kultivieren. Nicht in der Forst- und Landwirtschaft, nicht in der Kunst und schon gar nicht in der Seele. Sich die Natur untertan zu machen bedeutet nicht sie auszubeuten, sondern ihre Gesetzmäßigkeiten zu begreifen, um niedere Seinszustände harmonisch in höhere verwandeln zu können. So gesehen entspricht der Urwald der Urmutter, der Ur-Seele aller Seelen, der christlichen Maria, der Universalseele platonischer Welterklärung. Von daher erklärt es sich, dass der österreichische Urwald in unmittelbarer Nähe zu Mariazell (jede Zelle ist ein Grundbaustein) liegt. Die Liebe zur Natur ist etwas großartiges, doch nur mit einem Sensorium für die verborgene Natur erschließt sich der Unterschied der Natura naturata und der Natura naturans. 

Der Mensch, die Natur und das Klima

Wenn der Mensch sich eines Tages wandelt, wird sich auch das Klima wandeln. Das Klima ist nur Ausdruck des Ergebnisses unserer Begehrlichkeiten. Da die Begehrlichkeiten des Menschen maßlos sind, ist auch sein Anteil des Einflusses auf das Klima enorm. Aber so wie der Mensch das Klima beeinflusst, beeinflusst das Klima letztendlich auch den Menschen. Erst wenn wir hinter den Schleier der sichtbaren Natur blicken, eröffnet sich das Wirkliche im Hintergrund der Natur.

Zunderschwamm

Nur auf diese Weise werden wir eines Tages lebendige Zeugen des Übernatürlichen sein. Sobald wir die Gesetze der Natur gefunden haben, können wir diese zum Zwecke unserer Erlösung unter Kontrolle bringen. Nur das und nichts anderes ist damit gemeint, wenn es heißt, dass wir uns die Erde untertan machen sollen. Darum ein Aufruf an Euch alle: Geht in die Natur und öffnet Euch für die dahinter liegende Wirklichkeit. Das ist sinnvoller als jede Demo gegen den Klimawandel. Die Welt braucht keine trivialen Weltverbesserer, sondern Menschen, die in der Natur wieder lesen können und imstande sind, der Stofflichkeit das Schöpfungsgeheimnis zu entlocken. Nur aus dieser Einsicht heraus kann das Zeitlose im Zeitlichen begriffen werden und wahrhafte Transformation zum Guten erfolgen.

Herzlichst, Euer Klaus Josef

Speisepilze jagen wir, Heilpilze sammeln wir

Speisepilze jagen wir, Heilpilze sammeln wir

Um unser Immunsystem präventiv zu stärken und im Krankheitsfall nicht voll und ganz von Pharmaunternehmen abhängig zu sein, widmen wir uns im Rahmen unserer Liebe zu den Pilzen auch deren Heilwirkungen zu.

Rote Alge, ein Anzeiger für den Chaga
Chaga, Schiefer Schillerporling

Alleine schon der Vorgang des Suchens schärft die Wahrnehmung für den richtigen Ort der Suche, für die Eigenheiten der Umgebung und das Entdecken einer Fundstelle. Himmelsrichtung, Sonnenstand, Lichteinfall, Nachbarpflanzen, Ambiente, Klima, ätherische Feinheiten wie Gerüche usw …. die WAHRNEHMUNG ist es, die uns zu den Schätzen unserer Natur führt. Deshalb ist (innere) Stille, Offenheit und Achtsamkeit einewichtige Voraussetzung erfolgreicher Sammler.

Birkenporling im Birkenmoor
Birkenporling

Erinnert euch auch an die Tradition eurer Eltern gewisse Hausmittel selber herzustellen. Das ist eine schöne Beschäftigung mit Erlebnisqualität und ihr wisst am Ende was für eine Qualität ihr verwendet. Wildsammlung ist den gezüchteten Pilzen aus meiner Sicht vorzuziehen. Denn damit findet ihr einen Pilz, der der stärkste ist, weil er sich in der Natur durchgesetzt hat. Hier bevorzugen wir eine andere Gewichtung gegenüber standardisierten Prozessen (die natürlich bei kommerzieller Verwertung Vorteile bietet).

Striegelige Tramete
Rotrandiger Baumschwamm

Viele Heilpilze (Vitalpilze) sind mehrjährig, wachsen an Baumstämmen und sind im Winter leichter zu finden, weil der Wald in der Winterzeit ohne Blättergewand da steht. Diese Pilze sind auch zur Prävention bestens geeignet (Stärkung des Immunsystems, gegen Allergien, Asthma, Bluthochdruck, Zucker, Krebs- und Tumorerkrankungen, Infektionen, Rheuma, Magen-Darm, uvm). Deshalb hatte übrigens auch der Ötzi einen Birkenporling bei sich.

Verarbeitung

Wir verwenden die Heilpilze unterschiedlich. Teils verwenden wir sie in Pulverform (welches wir auch in Kapseln abfüllen) und teils in Form von Extrakten (Kalt-, Heißwasserauszug und Alkoholauszug). Aber auch für die Verarbeitung in Salben und Pasten eignen sie sich bestens. Aus dem veganen Leder des Zunderschwamms kann man sogar Kappen und Handschuhe fertigen (aber das Können dieses alten Handwerks findet sich eher nur mehr in Rumänien).

Am Anfang steht das Trocknen

Beim Birkenporling z.B. verwenden wir den ganzen Pilz (um die Triterpene und Glykoproteine -antikarzinogen, antiviral, antibakteriell, fungizid, antioxidativ- welche sich in den Sporen des ausgereiften Pilzes befinden mitzuverwenden) und trocknen ihn schonend (Temperatur unter 30 Grad) damit die Enzyme intakt bleiben (diese unterstützen den Stoffwechsel, die typischen Pilz-Enzyme helfen vor allem bei der Entgiftung). Anschließend machen wir Pulver daraus und füllen dieses in Kapseln ab. Da der Birkenporling (ob als Pulver oder Tee) bitter ist, bevorzuge ich ihn als Nahrungsergänzung in Kapseln einzunehmen. Im Krankheitsfall nehmen wir ihn bei Magen- und Darminfektionen und um das Immunsystem zu stärken.

Hammer, Schraubenzieher und Säge immer dabei 🙂

Diesmal hat Petra sogar einen Chaga gefunden! Hip Hip Hurra!!! Um diesen aber ernten zu können, sollte man das nötige Werkzeug im Wald mit dabei haben (und sie hat es dabei gehabt 🙂 Den Chaga werden wir für Tee bzw. einen mehrmaligen Heißwasserauszug verwenden (weil hier die wasserlöslichen Polysaccharide besonders wertvoll sind). Ein einzigartiger Heilpilz, der in Russland eine lange Tradition hat. Auch in der TCM wird er verwendet, stärkt das Qui.

Weiters haben wir bei diesem Ausflug gefunden: Schmetterlingstramete (Entgiften), Striegelige Tramete, Rotrandiger Baumschwamm (blutstillend, entzündungshemmend – bereiten wir für äußere Anwendungen zu, sogar als eine Art Schnupftabak kann man diese verwenden), Zunderschwamm.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch schöne Feiertage und vielleicht den einen oder anderen Fund bei euren Spaziergängen.

Abschließend noch eine Buchempfehlung zu dieser Thematik:
Heilende Pilze – Die wichtigsten Arten

herzlichst bis bald
Euer Klaus Josef

Ein würdiger Saisonabschluss

Ein würdiger Saisonabschluss

Alles in allem war heuer ja ein gutes Pilzjahr. Im September haben wir noch einen ganzen Korb voll Steinpilze gefunden, aber in den Herbst hinein war es dann doch recht trocken – und damit war es auch leider ziemlich schnell zu Ende mit den Pilzfreuden. Aber nach einem wirklich ominösen Novemberbeginn haben uns die Parasole und Safranschirmlinge nochmals ordentlich überrascht. Und das noch am 17. November! So wie die ersten Steinpilze heuer schon im Mai aufgetaucht sind, so spät verabschieden sich heuer die Parasole.

Der Parasol-Wahnsinn

So viele Parasole, aber vor allem so schöne, alle gerade erst im Aufspannen, alle knackig, mit intensivem nussigen Geruch. Das ist das Parasolparadies auf Erden! Natürlich haben wir ein paar hergeschenkt, vor allem die Eltern freuen sich immer sehr über Pilze.

Parasole und Safranschirmlinge

Einen großen Teil mussten wir letztendlich leider selbst verarbeiten: Die Fritteuse musste nochmal aus dem Keller nach oben zu uns in die Küche kommen (die darf uns nur in der Pilzsaison den Platz verstellen), den Rest haben wir vor paniert und eingefroren bzw. zu Pilzpulver verarbeitet.

Für die Verarbeitung einer solchen Menge sollte man in der Regel einen ganzen zusätzlichen Tag veranschlagen. Aber in den kalten Wintertagen kann so ein Pilzmenü dafür das Herz dann auch schon mal richtig erwärmen. Die Ringe trocknen wir extra (die kommen als Ganzes ins Glas), ein paar Stiele probieren wir heuer zusätzlich in eine Essigwürze einzulegen. Mal sehen ob das Ergebnis zufriedenstellend ist. Zusätzlich zur Jagdleidenschaft (ja, wir gehören zu den Pilzjägern!) und den kulinarischen Beweggründen kommt noch die Hoffnung auf das perfekte Pilzfoto…. und so schieße ich und schieße ich…. ein Foto nach dem anderen, aber irgendwie nimmt das nie ein Ende fürchte ich.

Parasole Kistenweise

Freudig präsentiere ich deshalb hier wieder einmal ein paar Pilzbilder, diesmal von den ehrenwerten Riesenschirmlingen. In der Hoffnung dass diese euren Gefallen finden mögen verbleibe ich

herzlichst bis bald
Euer Klaus Josef

Wer findet die Enteneier?

Wer findet die Enteneier?

Der Auwald im Frühling ist immer ein besonderes Erlebnis. Obwohl passionierte Schwammerlsucher ja das ganze Jahr hindurch Pilzsaison haben, stellt der Auwald im Frühling doch den Beginn eines neuen Pilzjahres dar. Schön langsam kommt wieder die Farbe Grün ins Leben und allerorts sprießen wieder die Pilze und Heilkräuter.

Und…. meist entdeckt man – rein zufällig – beim Kräuter- und Pilze sammeln in der Au auch Nester der dort ansässigen Vogelwelt, denn nicht wenige von ihnen sind Bodenbrüter. Wer sieht die Enteneier am Beitragsbild gleich auf den ersten Blick? An dieser Stelle muss ich leider gestehen, dass ich in meiner jugendlichen Neugierde im Vorjahr ein paar jener Vogeleier zwecks einmaliger Verkostung mit nach Hause genommen habe (das dazu gehörige Kochvideo habe ich den Tierschützern zuliebe nicht veröffentlicht, ganz uneigennützig natürlich, um ihnen die Teilnahme an einem Shitstorm gegen mich zu ersparen).

Der erste Frühlingsbote ist der Bärlauch, dessen Blätter im April und Mai aus dem Boden treiben. Wir verarbeiten diesen mit Topfen frisch zu einem gesunden Bärlauchaufstrich. Auch die Bärlauchsuppe ist natürlich ein Frühlingsklassiker. Aber wegen der Haltbarkeit verarbeiten wir ihn hauptsächlich zu Bärlauch-Pesto. Heuer haben wir alleine zu diesem Zweck über 2 kg Bärlauch gesammelt höhö. Beim Spar kosten 100 g Bärlauch (heute gesehen) übrigens 1,99 EUR.

   Um diese Menge zu Pesto zu verarbeiten haben wir noch 4 Liter Olivenöl, 1 kg Parmesan und 1 kg sibirische Zedernkerne gekauft. Das Problem: Nachdem Pinienkerne in den Geschäften hier vor Ort ja recht teuer sind, sind wir über das Internet (ebay) auf die sibirischen Zedernkerne (eine Pinienart) gekommen, die ja abgesehen von der Bioqualität einer Wildsammlung angeblich zudem noch viel geschmackvoller sein sollen.

Angeblich. Wir können das bis heute nicht bestätigen. Denn: Vor über einer Woche bestellt… und noch immer nicht da. Hermes Paketdienst. Keine gute Idee während eines rückläufigen Merkurs. Der Bärlauch wartet inzwischen vorverarbeitet im Olivenölbad im Kühlschrank. Naja, heute werden wir wohl oder übel in die teuren Pinienkerne beißen müssen, denn schließlich will der Bärlauch endlich verarbeitet werden. Denn bald kommen die Bärlauchknospen zum Einlegen an die Reihe (in eine Essig-Gewürzmischung), spätestens da muß die Produktionsstraße wieder frei sein.

Heuer haben wir übrigens auch das ehemals dem Gott Pan geweihte Veilchen gesammelt und diese kandiert. Auch einen Hustensaft (2 x 300 ml) haben wir daraus produziert.

Den Zinnoberroten Becherling (essbar, jedoch ohne nennenswerte geschmackliche Eigenschaften) verwenden wir gekocht zum Dekorieren der Bärlauch- bzw. Brennesselsuppe.

Anders schaut es da schon mit den köstlichen Morchelbecherlingen aus, die den Morcheln im Übrigen geschmacklich um nichts nachstehen. Diese sind im rohen Zustand leicht an ihrem Chlorgeruch zu identifizieren. Aber die Kunst besteht eher darin, diese erst einmal zu finden.

Gut getarnt im Laub sorgen sie dafür, dass man mehrere Male an ihnen vorüber geht, bevor man mit etwas Glück auf einen Morchelbecherling stößt (hoffentlich nicht tritt), welcher die restlichen dann verratet. Für gewöhnlich sind sie die Vorläufer der Verpeln. Und erst nach diesen kommen dann die Morcheln. Um das Morchella Syndrom zu vermeiden, empfehlen wir aufgrund eigener Erfahrungen übrigens auch die Morchelbecherlinge zu trocknen. Wir nützen die getrockneten Morchelbecherlinge dann bis in den Herbst hinein für Saucen, vor allem zu Steak und Wild sind diese eine würdige Begleitung.

Auf in den Wald! Wer uns übrigens einmal bei einem unserer Beutezüge begleiten möchte, z.B. beim Sammeln der Bärlauchknospen oder beim heurigen Waldmeistersammeln (aus diesem produzieren wir dann gemeinsam einen Sirup), kann sich gerne via PN melden.

Wer findet die Enteneier? Auwald im Frühling