In letzter Zeit haben mich einige Leute auf die Schmetterlingstramete angesprochen. Bekannt ist die Schmetterlingstramete bisher bei uns vor allem wegen ihrer antiviralen Wirkung und ihrem Einsatz bei Krebserkrankungen als Krebsbegleittherapie (zB. bei Brust-, Magen,- und Darmkrebs. In Japan gibt es hierzu Arzneien, welche aus dem Myzel der Schmetterlingstramete standardisiert gewonnen werden, in Europa allerdings nicht zugelassen sind, PSK = Polysaccharid-Krestin und PSP = Polysaccharid-Peptid).
Neben ihrer antiviralen und krebshemmenden Wirkung scheinen die Trameten-Arten auch eine stark epigenetische Wirkung zu haben (Gene on/off, Up- und Down-Regulierung, was bei der Entwicklung von Krebs bzw. bei der epigenetisch unvorteilhaften Veränderungen nach einer mRNA-Behandlung ebenfalls eine große Rolle spielt).
Wer den wissenschaftlichen Hintergrund dazu etwas tiefer verstehen möchte, sollte sich zuerst das Video von Florian Schilling zu einer Studie aus Japan zum Huaier Pilz ansehen.
Dort wird u. A. der Begriff der Ribosomen erklärt, welche Funktion sie haben und warum diese so wichtig sind.
Ebenfalls interessant: https://tkp.at/2024/06/25/so-kann-man-spikes-im-koerper-deaktivieren/
In diesem Artikel geht es darum, dass die Trameten durch Neubildung eben dieser Ribosomen eine Beendigung der Neuproduktion der Spikes bewirken. Nicht uninteressant finde ich, weil das ebenfalls einen Lösungsweg zu einer überaus aktuellen Problematik anspricht (derer sich viele leider noch gar nicht bewusst sind).
Je nach Anwendung geht es laut diesen Studien um verschiedene Wirkstoffe der Trameten. Oft genannt wurde anfangs in diesem Zusammenhang der Huaier Pilz, eine Trameten-Art, die bei uns allerdings nicht vorkommt. Von daher kam damals recht schnell eine heimische Variante, die Striegelige Tramete, und danach die Schmetterlingstramete ins Spiel.

Sowohl die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) als auch der Huaier-Pilz (Trametes robiniophila Murr.) stammen aus der Familie der Trameten (Polyporaceae) und zeigen teilweise vergleichbare medizinische Wirkungen. Beide Pilze enthalten immunmodulierende Polysaccharide, aber mit teils unterschiedlicher Zusammensetzung:
Wirkstoffe & medizinisch aktive Komponenten
| Inhaltsstoffgruppe | Trametes versicolor | Huaier (T. robiniophila) |
| Polysaccharide (Beta-Glucane) | PSK (Krestin), PSP – sehr gut erforscht | Polysaccharid-Protein-Komplex (TAP-1, TAP-2 etc.) |
| Proteine/Peptide | PSP enthält auch Proteinanteile | Huaier-Polysaccharide mit Proteinkomplexen |
| Phenole / Antioxidantien | vorhanden | vorhanden |
| Spezialstoffe | – | Huaier enthält zusätzliche kleinere Moleküle (z. B. Triterpenfragmente, Proteoglykane) |
Beide Pilze wirken vor allem durch:
- Immunmodulation
- Tumorhemmung (apoptosefördernd, antiproliferativ)
- Entzündungshemmung
- Antivirale Eigenschaften
Medizinische Anwendung (klinisch untersucht)
| Bereich | Trametes versicolor | Huaier |
| Krebsbegleittherapie | Sehr gut dokumentiert (v. a. Brust-, Darm-, Magenkrebs) | In China oft bei Leber-, Brust-, Nierenkrebs |
| Immuntherapie | Aktivierung von NK-Zellen, T-Zellen, Interleukinen | ähnlich |
| Virushemmung (HIV, HPV) | Studien vorhanden | weniger belegt |
| Traditionelle Verwendung | auch im Westen verbreitet (Japan, TCM, USA) | stark in der chinesischen TCM verwurzelt |
Ähnlichkeiten & Unterschiede zusammengefasst
| Aspekt | Gemeinsamkeiten | Unterschiede |
| Wirkung | Immunmodulation, Antitumor, antiviral, antioxidant | Huaier v. a. auf Leber, Nieren, Trametes versicolor breiter |
| Inhaltsstoffe | Polysaccharide + Proteinkomplexe | Unterschiedliche Fraktionen (TAP-1 vs. PSP/PSK) |
| Tradition & Forschung | TCM, moderne Onkologie | Huaier fast nur in China erforscht, Versicolor international |
| Verfügbarkeit | Hoch (auch als Extrakt, Kapseln etc.) | Huaier selten, meist als Granulat oder Extrakt in China |
| Extraktion | Beide über Heißwasser (→ Ethanol zur Ausfällung möglich) | Huaier wird meist als heißwasserlösliches Granulat verarbeitet |
Zusammenfassend kann man sagen:
- Die Schmetterlingstramete kann als funktionelles Pendant zum Huaier betrachtet werden – besonders, wenn Huaier schwer erhältlich ist.
- Beide wirken auf ähnliche biologische Systeme, aber mit etwas anderer Spezifität.
- Trametes versicolor ist breiter erforscht im Westen, v. a. in Bezug auf Immunmodulation und antivirale Effekte.
Die Schmetterlingstramete ist in unseren Breiten ein sehr verbreiteter Pilz, was liegt also näher diese selbst zu suchen und in Eigenverantwortung anzuwenden? Vielleicht wurde ich deshalb in letzter Zeit immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie ich da bei der Verarbeitung für eine wirkstoffbasierende Anwendung vorgehen würde und welches Auszugsmittel nun am besten geeignet sei? Grundsätzlich kann ich dazu sagen, dass sich die Verarbeitungsform immer am Anwendungszweck orientiert.
Pilzpulver
Gleich vorweg: Das Pulver getrockneter Pilze (nicht nur jenes der Schmetterlingstramete) einzunehmen halte ich für die schlechteste Variante. Auch der Kauf solcher Produkte (außer zur Weiterverarbeitung!) ist aus meiner Sicht nicht ratsam. Die Bioverfügbarkeit von Pilzpulver ist einfach zu gering – weil die Zellwände aus Chitin bestehen, das der menschliche Körper nicht gut aufspalten kann! Wichtige Wirkstoffe wie Polysaccharide und Triterpene bleiben hierbei im Zellmaterial eingeschlossen und können nur teilweise aufgenommen werden. Ich weiß, dass das oft mit – “hier nehmen Sie das ganze Spektrum des Pilzes zu sich” – geworben wird, was einen ganzheitlichen Ansatz suggeriert, aber in Wahrheit genau das Gegenteil davon darstellt. Das Grobe vom Feinen zu trennen wäre bei einem ganzheitlichen Ansatz immer das erste Leitprinzip, anstatt dessen findet durch die Trocknung nur ein Prozess der Verdichtung statt. Wer das Pilzpulver als ganzheitliches Heilmittel anpreist handelt in etwa so wie jemand, der die Kamille pflückt und Dir bei Bauchweh empfiehlt diese roh zu essen. Aus diesem Grund empfehle ich ein Extrakt.
Je nach gewünschter Anwendung bevorzuge ich die Extraktion bestimmter Inhaltsstoffe und wähle das dafür am besten geeignetste Auszugsmittel.
Ach ja …. Wenn man aus dem Wald kommt stellt sich vorher meist noch die Frage „Frisch verarbeiten oder vorher trocknen?”
| Ziel-Wirkstoff | Besser frisches oder getrocknetes Material? | Optimales Lösungsmittel |
| PSK / PSP (Polysaccharide) | Getrocknet | Heißwasser |
| Phenole / Flavonoide | Frisch oder getrocknet | Alkohol, DMSO |
| Proteine / Enzyme | Frisch (nicht erhitzen!) | Alkohol kalt oder DMSO |
| Lipophile Stoffe (Terpene) | Getrocknet | Alkohol, Öl |
An dieser Stelle auch der Hinweis, nur reine (an der Unterseite noch rein weiße) Schmetterlingstrameten zu sammeln und trocknen. Die Schmetterlingstramete in guter Qualität, sprich noch ohne Bewohner, zu finden ist wirklich nicht einfach. Manchmal zersetzt sich diese nach dem Trocknen, schon im Aufbewahrungsglas, mit der Zeit langsam und auf wundersame Weise ganz von selbst. Spätestens dann wird auch dem etwas Nachlässigerem klar, dass die Qualität doch nicht 1A war.

Eine sehr gute Anwendung der Schmetterlingstramete ist, diese vorbeugend einzunehmen um viralen Infektionen vorzubeugen. Aber auch im Akutfall ist die Einnahme sinnvoll, dann eben mit höherer Dosierung. Wer eine antivirale Tinktur machen möchte kann Alkohol als Auszugsmittel verwenden.
Auszug mit Alkohol
Was Alkohol aus Trametes versicolor gut extrahiert:
Phenole und Polyphenole
- Diese haben antioxidative und antivirale Wirkung (z. B. Hemmung von Viren wie HSV, HIV, Influenza).
- Ethanol (mind. 60–70 %) kann viele davon gut lösen.
Terpene / Triterpene
- Wirken immunmodulierend und teilweise antiviral.
- Alkohol eignet sich hier als Extraktionsmittel (besser als Wasser).
Was Alkohol nicht gut extrahiert:
Beta-Glucane & Polysaccharide (wie PSK / PSP)
Hier sind wir an einem entscheidenden Punkt bei der Wahl des Extraktionsmittels. Möchte ich die Polysaccharide und Beta-Glucane extrahieren, welche in der Krebsbehandlung eine zentrale Rolle spielen, muss ich eine andere Auszugsmethode wählen.
Auszug mit Heißwasser (+ optional Ausfällung mit Alkohl) = PSK/PSP-Extrakt
Heißwasserextraktion aus getrocknetem Ausgangsmaterial ist für eine Extraktion der Polysaccharide und Beta-Glucane notwendig, Alkohol kann sie sogar ausfällen und damit verlieren, wenn falsch eingesetzt (richtig eingesetzt aber dabei helfen ein PSK-Trocken-Extrakt herzustellen).
Nachdem DMSO als Auszugsmittel immer populärer wird stellt sich hier einigen wahrscheinlich die Frage ob DMSO als Auszugsmittel in diesem Fall auch geeignet wäre. Nein! Warum DMSO nicht ideal ist für PSK:
- PSK ist ein großes, wasserlösliches Polysaccharid-Protein-Komplex:
- DMSO löst sehr gut viele kleine, polare Substanzen, aber keine Makromoleküle wie PSK in nennenswertem Ausmaß.
- Es kann Proteine denaturieren und Polysaccharide nur begrenzt in Lösung bringen.
- PSK ist stark hydrophil, DMSO aber ein aprotisches Lösungsmittel mit begrenzter Affinität zu großen Polysacchariden.
- Industrielle oder pharmazeutische PSK-Extraktion erfolgt immer mit Heißwasser (typischerweise 80–100 °C), gefolgt von einer Ethanol-Ausfällung (um das PSK zu isolieren).
Gewinnung eines Polysaccharid-reichen Extrakts (PSK – Krestin)
Zutaten & Materialien:
- 100 g getrocknete und fein geschnittene oder gemahlene Schmetterlingstramete
- 1 Liter destilliertes Wasser
- Topf aus Edelstahl oder Glas
- Feinsieb oder Filtertuch
- Optional: Ethanol (mind. 70 %) für Ausfällung
- Glasgefäße für Lagerung
Zubereitungsschritte:
1. Dekoktion (Heißwasserextraktion)
- Gib die Pilzmasse in einen Topf mit dem Wasser (Verhältnis ca. 1:10).
- Erhitze auf ca. 90–100 °C (leicht köcheln).
- Halte diese Temperatur für mindestens 2–3 Stunden (bis zu 6 h möglich für maximale Ausbeute).
- Bei Bedarf Wasser nachfüllen.
Effektiver und zeitsparender ist eine PSK-Extraktion im Druckkochtopf! Das ist ein Verfahren, dass auch bei der Heißwasser-Extraktion anderer Pilze um einiges effektiver ist.
Vorteile des DRUCKKOCHTOPFES für PSK-Extraktion:
| Vorteil | Warum relevant für PSK |
| Höhere Temperaturen (110–120 °C) | → Zelltiefere Extraktion, bessere Auflösung komplexer Polysaccharide |
| Schnellere Extraktion | → Reduziert Kochzeit (z. B. 1–1,5 h statt 3 h bei normalem Kochen) |
| Geringerer Wasserverlust | → Konzentration bleibt stabil, keine ständige Wasserzugabe nötig |
| Sterilere Bedingungen | → Verlängert Haltbarkeit des Auszugs |
Worauf du achten solltest:
| Aspekt | Empfehlung |
| Zubereitungszeit | 45–90 Minuten bei voller Druckstufe reichen oft völlig aus |
| Menge nicht überfüllen | Max. 2/3 des Volumens füllen, da Polysaccharide beim Kochen schäumen können |
| Druck langsam ablassen | Vermeidet Auskochen und Verlust wertvoller Bestandteile |
| Material vorher zerkleinern | Fein geschnitten oder grob gemahlen erhöht die Oberflächenwirkung |
2. Abkühlen & Filtern
- Abkühlen lassen.
- Durch ein feines Sieb oder Filtertuch abseihen.
- Den Rückstand kannst du optional noch ein zweites Mal auskochen (mit der halben Wassermenge).
3. Konzentrieren (optional)
- Den kombinierten Extrakt kannst du bei niedriger Hitze oder im Wasserbad etwas eindampfen (z. B. auf die Hälfte).
4. (Optional) Ethanol-Ausfällung für PSK
- Gib mind. das 2- bis 3-fache Volumen 70–96 %igen Ethanols zum abgekühlten Extrakt (z. B. 200 ml Extrakt + 500 ml Ethanol).
- Gut umrühren.
- Lasse die Mischung über Nacht bei 4–8 °C stehen.
- Die ausgefällten Polysaccharide (weißer bis bräunlicher Schleim) abfiltrieren.
- Trockne das Material z. B. bei Raumtemperatur oder im Dörrgerät (unter 50 °C).
Der wässrige Extrakt (ohne Ausfällung) kann getrunken werden (täglich 1–3 EL), ist im Kühlschrank etwa 5 – 7 Tage haltbar (ohne Konservierung).
Der ausgefällte PSK-Rohstoff eignet sich (nach dem Filtrieren bzw. Abdampfen) in getrockneter Form ausgezeichnet für Kapseln, als Tee-Zusatz oder zur Weiterverarbeitung in Rezepturen. Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist, dass das trockene PSK-Extrakt lichtgeschützt mehrere Monate aufbewahrt werden.
In meiner Anfangszeit habe ich einige meiner Dualextrakte im Kühlschrank aufbewahrt. Nach einiger Zeit hatte sich plötzlich so eine Art Schleier gebildet, und ich wusste nicht woher das kommt und was ich falsch gemacht habe. Ein Dualextrakt habe ich damals nach einiger Zeit deshalb sogar nochmals abfiltriert – heute weiß ich, dass das ein Blödsinn war, das waren wertvolle Polysaccharide nach der Ausfällung, die ich entfernt habe. Zu dieser Ausfällung kommt es nach einiger Zeit auch, wenn der verwendete Alkohol weniger als 70 % (wie bei der gewollten, schnellen Ausfällung verwendet) hat.
Womit wir bei er nächsten Möglichkeit wären, nämlich die Vorteile einer Heißwasserextraktion mit jener der Alkoholextraktion zu kombinieren. Dual-Extraktion. Das ist mehr Arbeit, hat aber ein breiteres Spektrum an extrahierten Inhaltsstoffen im Ergebnis zur Folge.
Dual-Extraktion mit Alkohol und Wasser
Dual-Extraktion bedeutet das Material zweimal auszuziehen, einmal mit Heißwasser, einmal mit Alkohol und das Ergebnis am Ende zusammenzumischen. Aber auch hier stehen uns zwei Wege offen: Zuerst Heißwasser und dann Alkohol – oder – Zuerst Alkohol und dann Heißwasser.
Die Reihenfolge macht einen Unterschied:
| Reihenfolge | Vorteil | Nachteil |
| 1. Alkohol → 2. Wasser | Bewahrt hitzeempfindliche Stoffe; Alkohol trocknet Material etwas vor und öffnet Zellstruktur | PSK wird erst im zweiten Schritt gewonnen (kein Sofortergebnis) |
| 1. Wasser → 2. Alkohol | PSK sofort verfügbar; einfacher, wenn nur Polysaccharide gewünscht | Alkohol fällte PSK teils aus → Verlust oder Trennung nötig |
Ein größeres Spektrum an extrahierten Inhaltsstoffen (Wirkstoffabdeckung) erreicht man, wenn man mit Alkohol beginnt, denn hier werden die hitzeempfindlichen Stoffe bewahrt, die bei einem Heißwasserauszug am Beginn hinüber wären.
Dual-Extrakt mit DMSO und Wasser
Eine Dual-Extraktion mit DMSO und Wasser ist eine spannende, besonders naturnahe und alkoholfreie Methode, um ein breites Spektrum an Wirkstoffen aus der Schmetterlingstramete zu gewinnen – ideal für Menschen, die keinen Alkohol vertragen oder gezielt hitze- und alkoholempfindliche Stoffe einfangen möchten.
Vorteile der Kombination DMSO + Wasser
| Vorteil | Erläuterung |
| Keine Alkoholexposition | Für Kinder, Leberkranke, Alkohol-Abstinente geeignet |
| Löst beide Pole (hydrophil & lipophil) | Wasser → Polysaccharide (PSK, PSP), DMSO → niedermolekulare Phenole, Peptide, Enzyme |
| DMSO schützt empfindliche Stoffe | Kalt verarbeitet, daher kein Hitzeschaden an zarten Molekülen |
| Transdermale Anwendung möglich | DMSO bringt auch wasserlösliche Komponenten in tiefere Gewebeschichten |
| Sehr gute Kombination für immunologische & antivirale Zwecke | Trametes liefert beide Typen: strukturell & funktionell wirksame Inhaltsstoffe |
Was ist zu beachten bei DMSO-Wasser-Extraktion?
1. Reihenfolge der Extraktion
- DMSO zuerst: um hitze- und oxidationsempfindliche Stoffe zu retten
- Danach: Wasser (heiß), um PSK/PSP zu lösen
2. Mischungsverhältnis
- Endprodukt sollte ca. 50 % DMSO-Anteil haben, damit es gut stabilisiert, aber noch haut- und schleimhautverträglich ist
3. Wasserqualität
- Nur destilliertes oder sehr sauberes Quellwasser verwenden – keine Keime, keine Mineralstoffverunreinigung
4. Verwendungsmaterial
- Nur Glas, Keramik oder Edelstahl – DMSO löst Weichmacher und Schadstoffe aus Kunststoff
5. Verwendung
- Innerlich: 5–15 Tropfen in Wasser (auf leeren Magen)
- Äußerlich: lokal auftragen oder in Salbenbasis einarbeiten
Wirkstoffabdeckung im Vergleich
| Wirkstoffgruppe | Mit Wasser extrahierbar | Mit DMSO extrahierbar |
| PSK / PSP (Polysaccharide) | ✅ sehr gut | ❌ kaum löslich |
| Beta-Glucane | ✅ gut | ❌ schlecht löslich |
| Phenole / Polyphenole | ⚠️ teilweise | ✅ gut |
| Peptide / Enzyme | ❌ (hitzeempfindlich) | ✅ gut bei kalter Extraktion |
| Lektine | ❌ (denaturiert bei Hitze) | ✅ möglich (kalt, frisch) |
Trifraktionen-Extrakt mit DMSO, Alkohol und Wasser
Wer das Maximum an verschiedenen Wirkstoffen herausholen möchte kann auch ein Trifraktionen-Extrakt machen. Ich war ehrlichgesagt lange skeptisch, was den gemeinsamen Einsatz von DMSO und Alkohol anbelangt, weil DMSO Alkohol (Ehanol) ja auch in die Zelle transportieren kann. DMSO ist durchlässig für Zellmembranen (lipophil + hydrophil → amphiphil), kann also kleine Moleküle wie Ethanol mit in die Zelle oder sogar ins Zellinnere (Cytosol, Mitochondrien) transportieren. Das bedeutet, wenn Alkohol und DMSO kombiniert eingenommen oder aufgetragen werden, gelangt auch ein Teil des Ethanos tiefer ins Gewebe und potenziell in die Zellen. Um mir darüber Klarheit zu verschaffen habe ich Chatgpt bemüht. Hier das Ergebnis:
Ist die Kombination von DMSO und Alkohol gefährlich? In moderaten Mengen NEIN, aber:
| Situation | Beurteilung |
| DMSO + geringe Mengen Ethanol (z. B. 20–30 Tropfen einer Tinktur) | ✅ Unbedenklich bei gesunden Personen |
| Hochprozentiger Alkohol + DMSO innerlich (größere Mengen) | ⚠️ Vorsicht: verstärkte Alkoholwirkung möglich |
| DMSO + Alkohol äußerlich aufgetragen | ⚠️ Mögliches Brennen, Hautirritation |
| DMSO + Methanol / Isopropanol | ❌ Giftig! Niemals kombinieren! |
Fazit: Ethanol in kleinen Mengen kombiniert mit DMSO ist unbedenklich, sollte aber bedacht dosiert werden – DMSO kann die Wirkstärke und Resorption von Alkohol deutlich erhöhen.
Was ist der Nutzen dieser Kombination?
- Erhöht Zellgängigkeit von pflanzlichen Wirkstoffen, die im Alkohol gelöst sind
- Kann bei äußerlicher Anwendung (z. B. bei Herpes, Gelenken) schneller wirken
- Stärkere systemische Aufnahme bei oraler Anwendung (daher niedrig dosieren!)
Wenn man es richtig angeht, ist dies also eine durchaus mögliche Kombination. Von daher wäre auch eine Kombination der drei Lösungsmittel DMSO, Alkohol und Wasser möglich. Ich bin gerade dabei ein solches Triffraktionen-Extrakt aus der Schmetterlingstramete herzustellen. Ich rate übrigens allen Pilz- und Kräuterkundigen, die sich für Extrakte interessieren alle Extraktionsverfahren einmal durchzuspielen. Nur Erfahrung bestätigt das theoretische Wissen. Aus den Fehlern die dabei passieren lerne ich immer am meisten, weil sie mich dazu animieren näher hinzusehen und aufmerksamer zu sein.
Herstellungsprotokoll: Trifraktionen-Extrakt aus Schmetterlingstramete (DMSO + Alkohol + Wasser)
Dieses Protokoll beschreibt die Herstellung eines umfassenden Drei-Komponenten-Extrakts aus Trametes versicolor, bei dem hitzeempfindliche, lipophile und polysaccharidbasierte Wirkstoffe jeweils gezielt mit dem passenden Lösungsmittel extrahiert werden.
Zutaten und Materialien:
- 50 g getrocknete Schmetterlingstramete (geschnitten oder grob gemahlen)
- 150 ml DMSO (99,9 %, medizinische Qualität)
- 250 ml Ethanol (60–70 %, Trinkalkohol oder Weingeist verdünnt)
- 750 ml Wasser (destilliert oder gefiltert)
- 3 Glasgefäße mit Schraubdeckel (für Extraktionen)
- Filtertuch oder Kaffeefilter
- Braunglasflaschen zum Abfüllen (ideal mit Pipette oder Tropfer)
Schritt 1: DMSO-Kaltauszug (für hitzeempfindliche Wirkstoffe)
- Gib 50 g Pilzmaterial in ein sauberes Glasgefäß.
- Übergieße mit 150 ml DMSO (kalt, unverdünnt).
- Verschließen, 7–10 Tage bei Raumtemperatur ziehen lassen, täglich schwenken.
- Danach abfiltern, DMSO-Auszug separat aufbewahren.
Schritt 2: Alkohol-Kaltauszug (für phenolische und lipophile Stoffe)
- Den filtrierten Rückstand aus Schritt 1 in ein neues Glas geben.
- Mit 250 ml Ethanol (60–70 %) übergießen.
- Verschließen und 10–14 Tage ziehen lassen, regelmäßig bewegen.
- Abseihen, Alkohol-Auszug aufheben.
Schritt 3: Heißwasserextraktion (für PSK / PSP)
- Den erneut verwendeten Rückstand in einen Topf geben.
- Mit 750 ml Wasser aufgießen.
- Bei 90–100 °C 2 Stunden köcheln lassen.
- Abkühlen, filtrieren, optional auf ca. 150–200 ml einkochen.
Schritt 4: Kombinieren der Extrakte
Alle drei Extrakte (DMSO, Alkohol, Wasser) in gleichen oder individuell abgestimmten Teilen mischen. Zum Beispiel: 100 ml DMSO-Auszug + 100 ml Alkohol-Auszug + 100 ml Wasserextrakt. In Braunglasflaschen abfüllen, lichtgeschützt und kühl lagern.
Anwendung (innerlich – naturheilkundlich):
• 1–2× täglich 5–15 Tropfen in etwas Wasser geben (nicht aus Kunststoffbehältern trinken!)
• Bei guter Verträglichkeit: kurweise 2–4 Wochen, dann Pause
• Äußerlich auch direkt oder in Salbe einsetzbar (z. B. bei viralen Hautproblemen)
Grundsätzlich bevorzuge ich das spagyrische arbeiten, das ist zweifellos die Königsklasse. Wirkprinzipien sind Wirkstoffen in der Heilung stets überlegen, einfach deshalb, weil diese neben der stofflichen Ebene auch die Ursache erreichen können. Von daher bedeutet für mich ein Maximum der Wirkstoffe nicht zugleich auch ein Maximum an erreichbarer Heilkraft. Wer aber bewusst auf der stofflichen Ebene der Wirkstoffe unterwegs ist tut trotzdem gut daran genau zu definieren, welche Wirkstoffe mit welchem Verfahren für welche Anwendung extrahiert werden sollen.
Von daher vielleicht am Ende nochmals zurück zum TKP-Artikel, wo es um die Deaktivierung der Spikes geht (https://tkp.at/2024/06/25/so-kann-man-spikes-im-koerper-deaktivieren/). Im Artikel wird beschrieben, wie natürliche Stoffe (z. B. aus Reishi, Trametes, Kräutern, Mineralien) helfen könnten, die Wirkung von Spike-Proteinen zu mildern – teils über:
- Sirtuin-Aktivierung
- Autophagie-Stimulation
- Zellreinigung / DNA-Reparatur
Sirtuine sind eine Gruppe von Enzymen (Proteinen), die in Zellen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Pilzen vorkommen. Sirtuine sind zelluläre Enzyme, die z. B. bei Zellschutz, DNA-Reparatur, Alterungsprozessen und Entzündungshemmung eine Rolle spielen.
Hier geht es also nicht um das „Extrahieren von Sirtuinen“ (Man kann Sirtuine nicht direkt extrahieren und konsumieren – sie sind nicht stabil, ihr Nutzen liegt in ihrer Aktivier), sondern um das Freisetzen bioaktiver Moleküle, die Sirtuine im Körper aktivieren.
Auszug mit DMSO
Einige dieser Moleküle (z. B. Terpene, Phenole, Flavonoide, einige Pilzmetaboliten) können mit DMSO gut extrahiert werden – besser als mit Wasser oder Alkohol allein.
So kehre ich am Ende wieder zu einem etwas einfacheren Auszug zurück: Zu einem DMSO Auszug der Schmetterlingstramete. Denn ein solcher wäre in diesem Anwendungsfall durchaus geeignet, um die Sirtuine im Körper zu aktivieren und die Spikeproduktion im Körper zu deaktivieren. Ein DMSO-Extakt der Schmetterlingstramete lässt sich schnell und einfach herstellen. Auch die Auszugszeit ist kürzer als bei Alkoholextraiten (wer es eilig hat kann mit einer Extraktionszeit von 3 – 5 Tagen schon ein gutes Ergebnis erzielen, trotzdem rate ich auch hier zu längeren Extraktionszeiten mit einem Minimum von 10 Tagen). Als Auszugsmittel ist DMSO nur geringfügig teurer als Alkohol. Am günstigsten ist es natürlich, wenn man sich in die Apotheke Gottes begibt, also in die Natur, und die Schmetterlingstramete selbst für sich sammelt und verarbeitet. Die Schmetterlingstramete ist ein häufig vorkommender Pilz, und mit ein bisschen Übung leicht zu erkennen. Wer bei der Bestimmung (noch) unsicher ist kann Pilzsachverständige fragen (meist gibt es Stellen wo man an bestimmten Tagen Pilze hinbringen und begutachten lassen kann) oder mit Pilzkundigen einen Waldspaziergang zu unternehmen. Ansonsten gibt es ja noch immer die Möglichkeit, die Schmetterlingstramete als getrocknetes Pulver von vertrauenswürdigen Anbietern zu kaufen.

Ach ja, bevor ich es vergesse. Werft das übriggebliebene Pulver (vor allem nach Eurer DMSO- oder Alkoholextraktion) nach der Filtration nicht gleich weg. Vielleicht könnt ihr dieses noch in einer Salbe weiterverarbeiten.
Auch wenn das diesmal ein etwas trockener Beitrag mit fast keinen Fotos war, hoffe ich doch, dass der eine oder die andere von diesen grundsätzlichen Überlegungen über die verschiedenen Auszugsmittel und Extraktionsmethoden profitiert. Der Beitrag ist zwar auf die Schmetterlingstramete bezogen, die Überlegungen können aber auch auf andere Heilpilzen umgemünzt werden, sofern man sich vorher mit deren Wirkstoffen auseinandergesetzt hat. Am Ende steht für mich die Erkenntnis, dass es durchaus möglich ist den Herstellungsprozess eines Extrakts einfach zu halten, sofern man weiß für welche Anwendung man diesen herstellen möchte. Es ist nicht immer notwendig kompliziert zu denken und alles ausziehen zu wollen. Wer an zu vielen Rädern dreht verliert oft die Übersicht. Wie es so schön heißt: Keep it simple – keep it real. Das gilt auch in der Naturheilkunde.
Fragen dazu beantworte ich gerne in unserer Telegramgruppe Heilung – freundschaftlicher Austausch. (https://t.me/Heilung_freundsch_Austausc
Klaus-Josef
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