Die Bienen sind wahre Sonnenwesen und bereiten wirklich viel Freude. Im vergangenen Jahr habe ich das Bienengift unserer eigenen Bienen gesammelt (dabei kommt keine Biene zu Schaden) und nach längerem Tüfteln und Versuchen (Dosierung, Lösbarkeit, Vorlösung, Temperatur der Einbringung, Stabilisierung usw.) meine erste Bienengiftsalbe hergestellt. 

Das Lärchenharz in Hirschegg mit einem Bauern zusammen gezogen, Fichten- und Tannenharz auf den Spaziergängen gesammelt. Hier ein kurzer Clip über die Herstellung einer Pechsalbe, wo man auch sieht, wie wir das Lärchenharz selbst gezogen haben:

Harze sind eine Sonnenmedizin und kommen vorwiegend aus sonnenreichen Ländern (wie zB. Boswellia, Myrrhe, Styrax). Harze sind so gesehen Stoff gewordenes Sonnenlicht. Die Heiligen drei Könige bringen dem Christuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenk – ein jedes dieser Geschenke hat eine Sonnensignatur! Auch unsere heimischen Harze sind einzigartige Sonnenmittel. Von daher lag es nahe, diese als Basis zu verwenden und mit der Kraft der Bienen zu kombinieren. 

Als Wachs habe ich die beste Qualität (unser eigenes Verdeckelungswachs) verwendet. Ohne Zusätze wie Kampfer und ähnliches (die Wärme produzieren und eine Bienengift Wirkung vortäuschen, weil es schnell heiß wird). So wird es nach dem Auftragen der Salbe erst nach einer Zeit milde und angenehm warm, während man energetisch spürt, dass sie arbeitet. Gerade im Heilbereich ist Eigenverantwortung immer wichtiger und es ist sehr bereichernd hier selbst aktiv zu werden. Eine Aufforderung das Wesen der (unserer innersten) Natur zu ergründen und den Heilsweg selbst aktiv zu beschreiten.

Der Bienengift-Sammler gibt in Abständen einen kleinen elektrischen Impuls ab. Der Stich der Biene erfolgt auf eine Glasplatte, wobei auch ein Pheromon platziert wird, welches die anderen Bienen zum Stechen auffordert.

Die Salbe wird hauptsächlich bei Entzündungen, Rheuma, Arthritis und Gelenksbeschwerden eingesetzt. Harze und auch das Bienengift haben ein erhellendes und wärmendes Wesen. Für Paracelsus repräsentierte dies das sulfurische Prinzip (deshalb geeignet für erwärmende Arzneien, die Lebenswärme in ein erkaltetes Krankheitsgeschehen bringen) Übrigens: Bienengift intrakutan ist übrigens das einzig mir bekannte Mittel, welches sogar die im Biofilm versteckten Borrelien knacken kann (siehe Studie von Eva Sapi), also wo nicht mal mehr Antibiotika wirken. In der Apo gibt es die Api-Regent Salbe zu kaufen, der ich gegenüber chinesischen Billigprodukten den Vorzug geben würde. Zurück zum selber sammeln: Zuerst wird das Bienengift im Schatten getrocknet und dann in der Folge von der Glasplatte gekratzt. Zur Aufbewahrung nehme ich eine kleines Mironglas, gut verschlossen, diese packe ich nochmals in ein größeres Glas welches mit Salz und Reis gefüllt ist und verschließe dies ebenfalls gut für die Aufbewahrung im Tiefkühlfach (Haltbarkeit bis 2 Jahre). Ein wichtiger Tipp: Wer Bienengift öfters in kleinen Mengen verarbeitet sollte das Bienengift in kleinen Portionen einfrieren, also wo kleine Mengen als Ganzes entnommen und sofort verarbeitet werden können (Kondensationsfeuchtigkeit beim Auftauen! nicht nochmals einfrieren!). Ansonsten im Kühlschrank (bis 1 Jahr haltbar) lagern, dann aber innerhalb von 6 Monaten verarbeiten.

Gutes Ergebnis für einen Stock. Der Ertrag liegt zwischen 0,03 g und 0,09 g pro Stock. Aus Erfahrung bei mir bisher eher am unteren Ende, bei ca. 0,04 g bis 0,05 g.

Auch wenn ich mir meine Heilmittel nur für mich selbst herstelle, achte ich auf eine korrekte Beschriftung. So weiß ich immer was genau drin ist und wann ich es gemacht habe, bzw. wie lange es haltbar ist.

Imker bleiben übrigens meist bis ins hohe Alter frei von entzündungsbedingten Erkrankungen, denn Bienenstiche wirken unter anderem gut gegen entzündliche Gelenkserkrankungen z.B. Arthritis, Multiple Sklerose.
Auch in der Homöopathie wird „Apis“, das dynamisierte Bienengift, gegen alle jene Entzündungen angewandt, die mit Schmerz, wässriger Schwellung und Hitze einher gehen.

Die Signatur von Bienengift ist Sonne/Mars. Dementsprechend sollte es verarbeitet und auch eingesetzt werden.

NACHTRAG / ERGÄNZUNG:

Natürlich bin ich auch heuer wieder brav beim Bienengifternten, aber ich habe im vergangenen Jahr auch schon einige sehr vielversprechende Versuche zur Formulierung einer äußerst wirksamen Propolis Salbe gemacht. Auf die Idee der Propolis Salbe bin ich gekommen, weil ich meinen Propolis Auszug seit einiger Zeit mit DMSO mache. Dabei bleibt ein Rückstand über, weshalb ich mir lange überlegt habe, wie ich diesen bestmöglich verwerten kann. Nachdem ich auch zur Bienengiftsalbe ein paar Anfragen bezüglich eines Rezepts bekam, habe ich mich entschlossen, dass hier mal ganz konkret auszuführen (in der ersten Phase war das noch zu früh). Aber nochmal zurück zur Propolis-Salbe, denn diese kann – das ist meine neue Erfahrung – vorzüglich mit dem Bienengift kombiniert werden – dazu kommen wir später.

Roh Propolis gemahlen
Roh-Propolis fein gemahlen

Das Propolis wird zuerst für einen Tag in das Tiefkühlfach gelegt (sonst ist es zu harzig, klebrig) und danach (wenn es durch die kühle Temperatur spröde ist) mit einer Kaffeemühle ganz fein gemahlen. (Was vorher zu beachten ist: Wenn nur ein wenig Wachs beim Propolis dabei ist stört das nicht, die Verunreinigungen kann man in dem Fall auch händisch gut entfernen. Wenn das Propolis stärker verunreinigt ist, kann man es zuvor in einem Topf mit kaltem Wasser reinigen. Propolis sinkt zu Boden, Verunreinigungen und Wachs schwimmen oben auf und können abgeschöpft werden. Das Propolis dann wieder trocknen lassen und dann in das Tiefkühlfach.) Mit diesem Propolis-Pulver einen Auszug mit DMSO 99,9 % ph. eur. machen. Ich empfehle mindestens 10 Tage Auszugszeit, immer wieder schütteln. Diesen filtriere ich dann mit einem Büchner-Trichter + rundem Filterpapiereinsatz (mittel) ab. Der Rückstand (eine schleimige Masse) kann nun ebenfalls für die Salbe verwendet werden.

Propolis Rückstand vom DMSO Auszug
So sieht der Propolis-Rückstand vom DMSO Auszug aus, der nicht durch den Filter gegangen ist.
Propolis -Rückstand und Sheabutter
Hier der Propolis Rückstand und rechts die bei 45 C verflüssigte Sheabutter
Propolis und Sheabutter
Den Propolis Rückstand in die verflüssigte Sheabutter bei < 40 C einrühren.
Propolis Salbe

Warum bin ich auf die Sheabutter gekommen? Sheabutter ist chemisch gesehen kein typisches „Fett“, sondern besteht hauptsächlich aus unverseifbaren Bestandteilen und langkettigen Fettsäuren mit hohem Schmelzpunkt – das hat direkte Vorteile im Zusammenspiel mit DMSO. Aber – sie kann bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden! Schmelzpunkt: ca. 32–38 °C

  • Sie wird schon bei Körpertemperatur weich und ab ~35 °C vollständig flüssig.
  • Damit kannst du sie im Wasserbad sanft schmelzen, ohne kritische Hitzeentwicklung.
  • DMSO zersetzt sich bei Hitze (über ~60 °C), verliert Wirkung und kann oxidieren.
  • Melittin im Bienengift denaturiert bereits ab ~40 °C.
  • Propolis-Flavonoide und Phenole sind ebenfalls thermolabil.

Mit Sheabutter kannst du die Salben bei <40 °C rühren und trotzdem eine homogene, streichfähige Masse erhalten.

Viele Salbengrundlagen brauchen Wachs, um stabil zu sein → Wachs muss >60–70 °C geschmolzen werden = nicht geeignet für DMSO & Co. Sheabutter ist von Natur aus halbfest und kühlt cremig ab – das spart Hitze, Aufwand und Konservierungsmittel. Sheabutter ist nicht okklusiv wie Bienenwachs, sondern lässt DMSO und seine Fracht gut passieren. Gleichzeitig bindet sie fettlösliche Wirkstoffe aus dem Rückstand (z. B. Propolis-Harze) und bringt sie in die Haut ein.

So, jetzt zu Informationen, die du wahrscheinlich bisher vergeblich gesucht hast – nämlich zur Dosierung und Verarbeitung des Bienengifts. Mein erster Ausgangspunkt damals war die Forapin® E Salbe (Reg.-Nr. vom August 1994), da wurden für 100 g Salbe 3,0 mg (= 0,003 g) Bienengift verwendet. Eventuell könnte die Dosierung für einen therapeutischen Einsatz vorsichtig gewählt gewesen sein (war ja auch rezeptfrei erhältlich), manche schrieben einen Teil der Wirkung auch den anderen Inhaltsstoffen zu.

Forapin® (später Forapin E)

  • Wirkstoffgehalt: 0,0009 % (0,9 mg/100 g) – später 3,0 mg / 100 g
  • Wirkung bei Rheuma dokumentiert, aber in Kombination mit stark durchblutungsfördernden Substanzen (Bornylsalicylat, Methylnicotinat)

Ableitung: Der Bienengiftanteil war gering, die Wirkung wurde durch Kombinationsträger verstärkt. Bei moderner transdermaler Formulierung (z. B. mit DMSO, Sheabutter) ist ein höherer Bienengiftanteil sinnvoll.

Klinische Studien mit topischer Anwendung, die mir bekannt sind:

Studie 1: Aknebehandlung mit Bienengift-Creme

  • Quelle: Han SM et al., “Effects of cosmetics containing purified honeybee (Apis mellifera) venom on acne vulgaris.”
  • Konzentration: 0,06 mg/ml = 6 mg / 10 ml ≈ 60 mg / 100 g
  • Ergebnis: Signifikante Reduktion von Akne-Läsionen innerhalb von 2 Wochen

Studie 2: Muskelrelaxation durch topische Bienengift-Creme

  • Quelle: Kwon YB et al., “Bee venom injection and acupuncture-like stimulation produce analgesic effects in a mouse arthritis model”
  • Konzentration: 0,0005 % (= 0,5 mg / 100 g)
  • Ergebnis: Bereits bei minimaler Konzentration deutliche muskelentspannende Wirkung

Daraus leite ich mal ab, dass bereits geringe Mengen Wirkung zeigen, aber soger der Bereich nach oben hin bis 60 mg / 100 g noch im Bereich einer möglichen Dosierung liegen. Wenn ich chatgpt frage, sogar bis max. 100 mg / 100 g. Ist es sinnvoll so hoch zu dosieren? Ich muss zugeben. Ich weiß es (noch) nicht. Von daher hilft nur ausprobieren – und da bin ich noch beim Optimieren (werde den Artikel gelegentlich ergänzen, um meine Erfahrungen aus der heurigen Saison dann einzuarbeiten).

Meine eigene bisherige Erfahrung dazu ist, dass die Trägersubstanz mit hineinspielt. Wenn zB. wie bei der Bienengift-Pechsalbe Bienenwachs mit an Bord ist, kein DMSO verwendet wird und die Temperatur bei der Einbringung des Bienengifts höher ist (denn mit Wachs wird sie beim Abkühlen im unteren Bereich sehr schnell fest), dann kann man die Menge getrost etwas erhöhen. Ich habe das in dem Fall daher bis auf das Doppelte (also 6 mg / 100 g) versucht. Das Ergebnis dieses Versuchs war, dass die Stelle beim Auftragen erst so nach ca. 30 Sekunden bis 1 Minute Zeit leicht warm wird. Angenehm und sanft wirksam, aber nicht zu stark. Interessehalber werde ich aber auch noch höhere Dosierungen ausprobieren. Da muss sich wohl jeder selber – je nach Rezept – in Eigenverantwortung langsam herantasten – eben weil das von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Einerseits sollte man vorsichtig sein, um keine zu starke Reaktion zu provozieren, anderseits, wenn man selbst für sich eine stärkere Wirkung will kann man mit der Dosierung ja immer noch schrittweise nach oben gehen. Ich empfehle aber hierbei nicht zu übertreiben und eher vorsichtig und besonnen vorzugehen.

Am Anfang meiner Überlegung zur neuen Rezeptur stand, die Trägersubstanz zu verbessern. Ich bin noch nicht am Ende meiner Versuche, aber ich denke, das ist eine Basis für all jene, die ein Ausgangsrezept suchen, um selbstständig in Eigenverantwortung ein passendes Rezept ausarbeiten wollen sind die 6 mg (aus meiner persönlichen Sicht) ein solider Ausgangspunkt. Wer beim Beispielrezept weniger Propolis zur Verfügung hat, der kann die Menge des Propolisrückstands natürlich auch reduzieren (einfach mit Sheabutter ausgleichen).

Wir lernen im Tun und im liebevollen Austausch. So wie ich Dir hier gerne meine Überlegungen zu erfolgten Recherchen und die Ergebnisse meiner Versuche verrate, so – würde es mich freuen, wenn du mir deine persönlichen Erfahrungen, Abänderungen – vor allem zur Bienengift-Dosierung – dazu ebenfalls mitteilst.

Rezept: Vollspektrum-Propolis-Bienengiftsalbe (100 g)

Zutaten:

  • 65 g Sheabutter (unraffiniert)
  • 20  g DMSO-Propolis-Rückstand (nach 1:5-Extraktion)
  • 10 g DMSO-Propolis-Auszug (flüssig, klar oder bernsteinfarben)
  • 5 g Lanolin (wasserfreies Wollwachs, optional – fördert Penetration)
  • 0,5–1 g Vitamin E (Tocopherol, z. B. 1 ml Öl)
  • 6  mg ( – max. x? aufgrund obiger Studien) Bienengift

Zubereitungsschritte:

  1. Sheabutter und Lanolin im Wasserbad langsam auf ca. 45 °C erwärmen, bis alles geschmolzen ist.
  2. Den DMSO-Propolis-Rückstand in die warme Fettmasse einrühren und gut verteilen.
  3. Mischung abkühlen lassen auf unter 35 °C – lauwarm, aber noch rührfähig.
  4. Nun den DMSO-Propolis-Auszug langsam einrühren. Gut homogenisieren.
  5. Das Bienengiftpulver in einer kleinen Menge des flüssigen Auszugs oder mit 1 Tropfen Wasser vordispergieren (fein auflösen), dann gleichmäßig einrühren.
  6. Vitamin E zum Schluss untermischen.
  7. In saubere, trockene Tiegel abfüllen. Nicht heiß verschließen. Bei Raumtemperatur fest werden lassen.

Wichtige Hinweise:

  • Nicht über 40 °C erhitzen, um die empfindlichen Wirkstoffe (Melittin, Flavonoide) zu schonen.
  • Keine ätherischen Öle notwendig – der natürliche Duft des Propolis reicht aus und wird durch DMSO ohnehin intensiviert.
  • Handschuhe und Atemschutz beim Umgang mit Bienengiftpulver empfohlen (Einatmen vermeiden).
  • Bei der Verarbeitung und auch Anwendung von DMSO unbedingt beachten: Kein Kontakt mit Kunststoff (DMSO kann Weichmacher lösen und durch die Haut transportieren –> Glasrührstab, Keramiktrichter zur Filtrierung…vorher zu DMSO informieren!)
  • Patch-Test durchführen, besonders bei empfindlicher Haut (z. B. eine kleine Menge auf die Armbeuge auftragen und 24 h beobachten).

Erläuterung & Anwendung

Diese Salbe vereint alle wesentlichen Bestandteile des Propolis:
Sowohl der feste Rückstand mit seinen harzigen, fettlöslichen Komponenten als auch der flüssige DMSO-Auszug mit flavonoidreichen, antioxidativen Stoffen bilden zusammen einen Vollspektrum-Propolis-Komplex. Ergänzt wird die Wirkung durch hochreines Bienengift (Apitoxin), das reich an Melittin und Apamin ist – Substanzen mit stark entzündungshemmender und durchblutungsfördernder Wirkung.

Sheabutter dient als hautfreundliche, tief eindringende Grundlage, während Lanolin das Eindringen fettlöslicher Substanzen unterstützt. Das enthaltene Vitamin E wirkt antioxidativ und stabilisiert die Rezeptur auf natürliche Weise.

Einsatzgebiete:
  • Zur unterstützenden Anwendung bei Gelenkschmerzen, Arthrose, Muskelverspannung, Nervenreizungen
  • Zur lokalen Pflege bei chronischen Entzündungen oder wiederkehrenden Infektionen (z. B. Herpes)
  • Auch als unterstützende Narbenpflege und zur Förderung der lokalen Durchblutung geeignet

Die Kombination aus Propolis + DMSO + Bienengift ergibt eine tiefgreifende, jedoch hautverträgliche Salbe mit breitem Wirkungsspektrum, sowohl im kosmetischen als auch therapeutisch-naturheilkundlichen Bereich.

Zum Abschluss noch ein kurzer Clip von der Gewinnung des Bienengifts:


NACHTRAG 9.11.2025 – Akutallisierung aufgrund neuer Erfahrungen.

Ein befreundeter Imker, der ebenfalls Bienengift sammelt und mit mir im offenen Austausch steht (Michael S.), was seine Erfahrungen damit anbelangt, wollte mal schauen was passiert, wenn man Bienengift direkt auf die Haut gibt. Dazu hat er sich das getrocknete Bienengift einmal direkt auf die Haut gegeben und einmal mit Wasser verdünnt.

Warum keine Reaktion? Interessantes Ergebnis finde ich, weil es klar zeigt, dass Quantität gegenüber anderen Faktoren nicht entscheidend zu sein scheint. Natürlich kann es sein, dass Imker eine gewisse Desensibilisierung durchlaufen haben und weniger stark reagieren. Aber woran kann es noch liegen, dass hier wenig bis keine Reaktion erfolgte? Es könnte auch daran liegen, das getrocknetes Bienengift zunächst (teilweise) inaktiv ist, vor allem die Proteine der Phospholipase A₂ (ein Enzym und eines der wichtigsten Reizproteine – PLA₂ – im Gift) müssten hydratisiert werden, um richtig biologisch aktiv zu werden. Zudem benötigt PLA₂ Kalziumionen und einen geeignteten ph Wert. Allerdings brauchen Melittin und andere membranaktive Peptide kein freies Wasser um grundsätzlich aktiv zu sein. Hmm. Meine Schlussfolgerung daraus ist trotzdem: Luftgetrocknetes Bienengift kann aktiv sein – braucht aber ein hydratisierendes, ionenhaltiges Medium, um seine volle Wirkung zu entfalten. Einfach nur auftragen oder anfeuchten mit wenig Wasser reicht dafür nicht. Als optimierte Lösung für so einen Hauttest würde ich ihm fürs nächste mal vorschlagen: 95 % dest. Wasser + 5 % Glycerin + 1 Salzkrümel (für die Enzymaktivität) + etwas getrocknetes Bienengift, 5 – 10 Minuten einrühren oder schwenken, 10 – 15 Minuten stehen lassen (Reaktivierungsphase, in der die Moleküle Wasser aufnehmen) und danach erst kleinflächig auf der Haut testen. Aber wie wir untereinander immer scherzen: “Jugend forscht” – so werde ich das wohl auch noch mal ausprobieren, um eine Gegenprobe zu machen. Falls diesbezüglich jemand auch schon Erfahrungen gemacht hat, würde ich mich über einen Kommentar oder eine Nachricht freuen. Ich lerne ja nie aus und freue mich über jeden Puzzlestein. Was es dazu abschließend aus meiner Sicht noch zu bedenken gilt: Es ist nicht immer “nur” der Wärmeeffekt der zählt, denn Melittin (ca. 40–50 % des Gifts) ist der wichtigste entzündungshemmende Peptidanteil! Phospholipase A₂ ist jener enzymatisch aktive Anteil, der durchblutungsfördernd wirkt.

Nun zu meiner letzten Charge für heuer (weil ich erst im kommenden Jahr wieder ernten kann):

Grundsätzlich bin ich diesmal von der Menge meines vorhandenen Bienengifts ausgegangen und habe diesmal auf 0,2 % formuliert, was in Verbindung mit DMSO als Penetrationsverstärker gut funktionieren müsste (bei meinen vorherigen Chargen war ich deutlich vorsichtiger). Bei der Anfertigung der Vorlösung (10%) bin ich diesmal einen etwas anderen Weg gegangen und habe diese mit Glycerin hergestellt, um eine optimale Stabilität / Haltbarkeit zu erreichen. 1,10 g Bienengift + 9,50 g Glycerin + 0,40 g Honigpulver (natürliche Stabilisatoren für Bienengiftproteine). Vorteil dieser natürlichen Schutz-Matrix = Glycerin: hygroskopisch, verhindert Protein-Denaturierung. Honigzucker: bildet Glasstruktur, ähnlich wie Trehalose – stabilisiert Proteine. Honigpolyphenole: antioxidativ, schützen empfindliche Aminosäuren (z. B. Cysteinreste im Bienengift). Verwendet hab ich (bei Raumtemperatur, 20 – 25 C°) dazu einen 30 ml Braunglas-Tiegel (Lichtschutz) und den Magnetrührer auf mittlerer Stufe, den Deckel während des Mischens leicht draufgelegt. Zuerst das Honigpulver 15 min, dann das Bienengift eingebracht und ca. 2 – 3 Stunden gerührt bis alles homogen war.

Die Sheabutter hab ich im Wasserbad bei 45 C° zum Schmelzen gebracht. Bis die Sheabutter im Wasserbad flüssig ist … das dauert. Geduld ist so gesehen auch eine wichtige Zutat.

Dann hab ich mich diesmal auch dazu entschlossen, 5 % Lärchenharz hinzuzugeben. Das Harz wirkt leicht antimikrobiell; erhöht Viskosität, mindert Entmischung, verbessert Salbenkohäsion. Zudem erweitert es die Haltbarkeit. Der möglicherweise begünstigten Oxidation der Diterpensäuren wirke ich ohnehin mit Vitamin-E und dem Braunglas entgegen. Und ein so geringer Anteil verändert auch das Penetrationsverhalten nicht wesentlich.

Dann hatte ich diesmal zwei verschiedene Propolis Rückstände (aus der DMSO Extraktion) zur Verfügung. Einmal mit Propolis aus Uruguay, einmal mit Propolis aus Österreich. Dieses habe ich im Verhältnis 8:2 eingerührt. Jenes aus Uruguay ist harziger, weniger wässrig und dunkler. Die Temperatur hab ich zuvor knapp unter 40 C° gesenkt. Der Anteil des Propolis-DMSO Rückstands beträgt bei dieser Charge ca. 20 %. Könnte ich erhöhen. Werde ich aber wahrscheinlich nicht, denn nach ein paar Tagen ist der typische Propolis Geruch in der Salbe intensiver als nach dem Abfüllen. Das ist halt immer eine Gradwanderung, diesmal hab ich mich da vom Verhältnis her für maximale Stabilität und Haltbarkeit entschieden.

Das ganze über ca. 20 Minuten gut gerührt und homogenisiert. Ab diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, die Temperatur auf exakt 35 C° zu bringen, um die Vorlösung hinzufügen zu können.

Zuvor, bei ca. 38 C° habe ich noch das Vitamin E zum Stabilisieren der Basissalbe (auf das Bienengift hat das keine große Auswirkung) eingerührt. Erst wenn die Basissalbe auf exakt 35 C° ist (nicht darüber!!!) habe ich die Vorlösung mit dem Bienengift langsam und unter ständigem Rühren (ca. 15 min) hinzugegeben.

Jetzt muss ich die Salbe erstmal ausgiebig testen. Ich lerne ständig dazu. Auch hätte ich noch ein paar Ideen zum Ausprobieren. Was mir auf die Schnelle mal auffällt: Die Konsistenz/Streichfähigkeit passt mir persönlich noch nicht ganz, ein Tick cremiger wäre gut. Irgendwo werde ich in Zukunft eventuell noch an den Stellschrauben drehen. Was mir noch aufgefallen ist: Obwohl in dieser Version nun deutlich mehr Bienengift drin ist, wird es nach dem Auftragen nicht warm (so wie bei der ersten Version). Trotzdem merke ich deutlich, dass sich was tut, wenn ich sie auftrage. Jedoch ohne Rötung und Wärme (bei der ersten Version durch etwas anderes verursacht, habe ich wie es aussieht falsch interpretiert). Ich lerne ja im Tun. In Summe bin ich mit dem Ergebnis schon sehr zufrieden. Ohne viele Zutaten ist die Salbe sehr puristisch, aber ich denke es ist besser nicht von Anfang weg zu komplex zu formulieren. Besser einfach beginnen und Schritt für Schritt perfektionieren. Falls von Euch geschätzten Lesern jemand schon eine eigene Bienengiftsalbe gemacht hat, würde ich mich über einen Kommentar oder eine Nachricht sehr freuen. Wir lernen im Austausch!

Sind noch Fragen offen? Gibt es Anregungen oder Erfahrungsberichte? Ein offener Austausch zu Heilthemen ist in der Telegram-Gruppe Heilung – freundschaftlicher Austausch möglich. 

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